Waffenstillstand im Jemen um zwei Monate verlängert

Die Konfliktparteien im Jemen haben den ursprünglich bis Donnerstagabend geltenden Waffenstillstand im letzten Moment verlängert. Beide Seiten hätten den Vorschlag der Vereinten Nationen akzeptiert, die Vereinbarung um zwei Monate zu verlängern, erklärte der UN-Sondergesandte Hans Grundberg am Donnerstag. US-Präsident Joe Biden sagte, der Waffenstillstand solle nun in eine "endgültige" Übereinkunft überführt werden. Auch Saudi-Arabien befürwortete die Einigung.

Im Jemen herrscht seit 2015 Krieg zwischen den von arabischen Staaten unterstützten Regierungstruppen und den schiitischen Huthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht. Bei der Verlängerung des Waffenstillstands sollen dieselben Bedingungen gelten wie bei einer entsprechenden Vereinbarung von Vereinbarung vom 2. April, erklärte Grundberg.

Der Waffenstillstand sah eine Feuerpause vor, die weitgehend eingehalten wurde. Darüber hinaus waren Maßnahmen vorgesehen, um der Bevölkerung zur Hilfe zu kommen, etwa die Wiedereröffnung des Flughafens der Hauptstadt Sanaa für kommerzielle Flüge, die Versorgung mit Treibstoff und die Beendigung der Belagerung einiger Städte.

Grundberg hatte in der vergangenen Woche auf die "konkreten positiven Effekte" des Waffenstillstands für 30 Millionen Bewohner der Region hingewiesen, die von Kämpfen, Vertreibungen, Hunger, Krankheiten, Mangel an Trinkwasservorräten und einem Niedergang der Wirtschaft betroffen seien. Grundberg kündigte am Donnerstag an, weiterhin mit den Konfliktparteien zu verhandeln, um eine "dauerhafte Beilegung des Konflikts" zu ermöglichen.

Die Huthi-Rebellen hatten die Hauptstadt Sanaa im Jahr 2014 erobert. Trotz der Intervention einer von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition brachten sie große Teile des Landes unter ihre Kontrolle, vor allem im Nordwesten.

US-Präsident Biden rief die Konfliktparteien auf, "zügig auf einen umfassenden und inklusiven Friedensprozess hinzuarbeiten". Der Norwegische Flüchtlingsrat begrüßte die Entscheidung zur Verlängerung des Waffenstillstands ebenfalls. Darin sei eine "ernsthafte Verpflichtung aller Parteien zu sehen, das sinnlose Leiden von Millionen" Menschen in Jemen zu beenden. Der Flüchtlingsrat hoffe, dass nun verstärkt Straßen wieder geöffnet und Vertriebene in ihre Heimat zurückkehren könnten.

Mehr als vier Millionen Menschen seien durch den Konflikt vertrieben worden und mehr als 19 Millionen Menschen seien dieses Jahr von einer Hungerkrise bedroht, sagte der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres, Stéphane Dujarric.

Seit dem Beginn des Konflikts wurden nach UN-Angaben bereits rund 380.000 Menschen im Jemen getötet, die meisten von ihnen starben an den indirekten Folgen der Kämpfe. Die UNO stuft den Krieg und seine Folgen im Jemen als weltweit schlimmste humanitäre Krise ein.

ao/bfi

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