Waffenruhe im Süden Syriens in Kraft getreten

Kriegszerstörungen in Daraa

Die von den USA, Russland und Jordanien ausgehandelte Waffenruhe im Süden Syriens ist am Sonntag in Kraft getreten. Seit dem angekündigten Beginn der Feuerpause am Mittag (Ortszeit) sei es in den Provinzen Daraa, Kuneitra und Sueida ruhig geblieben, teilte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, mit. Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte die Feuerpause am Freitag am Rande des G20-Gipfels in Hamburg angekündigt.

Die Waffenruhe gilt für eine sogenannte Deeskalationszone in den drei Provinzen. Die syrische Regierung äußerte sich vorerst nicht dazu. Eine regierungsnahe syrische Zeitung zitierte jedoch einen syrischen Regierungsvertreter, wonach die Waffenruhe in Einvernehmen mit Damaskus ausgehandelt wurde.

Die syrische Armee von Machthaber Baschar al-Assad hatte vor wenigen Tagen einseitig eine mehrtägige Waffenruhe für die drei Provinzen ausgerufen. Sie galt bis Donnerstagnacht. Schon in Mai hatten sich Russland, die Türkei und der Iran auf die Einrichtung von vier sogenannten Deeskalationszonen in Syrien verständigt. Eine davon umfasst die drei Provinzen, für die nun die Waffenruhe in Kraft getreten ist.

Die Sicherheit in dieser Zone soll jetzt in Abstimmung mit den USA und Jordanien durch die russische Militärpolizei garantiert werden. Die Waffenruhe war verkündet worden, nachdem US-Präsident Donald Trump und Russlands Staatschef Wladimir Putin am Rande des Gipfels zu ihrer ersten persönlichen Begegnung zusammengetroffen waren. Ausgehandelt wurde sie von Vertretern der USA, Russlands und Jordaniens in der jordanischen Hauptstadt Amman.

Trumps Nationaler Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster erklärte am Samstag, derartige Deeskalationszonen seien eine "Priorität" für die USA. Die Vereinbarung der Waffenruhe sei ein "wichtiger Schritt" in Richtung der "gemeinsamen Ziele", den IS zu besiegen, den Konflikt insgesamt zu beenden, das Leiden der Bevölkerung zu lindern und den Menschen eine Rückkehr in ihre Häuser zu ermöglichen.