Waffenhersteller Merkel und seine Tochter Haenel machen mehr Geschäft

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SUHL (dpa-AFX) - Die Waffenfirma Merkel und ihre Tochter Haenel verkaufen dieses Jahr deutlich mehr Gewehre als im Corona-Jahr 2020. Der Umsatz werde voraussichtlich um etwa 20 Prozent auf circa 21 Millionen Euro steigen, sagte Finanzvorstand Swen Lahl der dpa in Suhl. Angaben zum Gewinn machte er nicht. Damit komme man auf das Umsatzniveau vor Corona, also wie im Jahr 2019. Möglicherweise liege man sogar leicht drüber. "Es war ein gutes Geschäftsjahr, die pandemiebedingten Einbußen haben wir in jedem Fall wettgemacht."

Die Merkel-Gruppe gehört dem staatlichen Rüstungsunternehmen Caracal aus Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Sie hat nach eigenen Angaben etwa 130 Beschäftigte, die am Firmensitz in Suhl in Thüringen arbeiten. Merkel stellt Jagdwaffen her. Die Tochterfirma C.G.Haenel, die eng verzahnt mit Merkel zusammenarbeitet und dieselben Produktionshallen nutzt, stellt Waffen für Behörden her, also Armeen und für die Polizei. Bekannt ist zum Beispiel, dass die Polizei Sachsen ein Gewehr von Haenel nutzt.

Im vergangenen Jahr hatte Merkel sinkende Umsätze hinnehmen müssen, auch weil Waffengeschäfte für Jäger und Sportschützen zwischenzeitlich geschlossen waren. Auf das Behördengeschäft hatte Corona nach den Worten von Finanzchef Lahl hingegen keinen nennenswerten Einfluss. "Das verläuft unverändert gut." Etwa zwei Drittel ihres Geschäfts macht die Merkel Gruppe mit Jagdwaffen und ein Drittel mit Gewehren für Behörden. Die Aussichten sind nach Worten von Lahl weiterhin positiv, 2022 könnte es nach seiner ersten Schätzung ein weiteres Umsatzplus geben.

Ein Konkurrent von Haenel ist die deutlich größere Firma Heckler & Koch. Mit der Waffenschmiede aus dem Schwarzwald liefert sich Haenel eine erbitterte juristische Auseinandersetzung um einen Großauftrag des Bundes über 120 000 vollautomatische Sturmgewehre - hierbei musste Haenel zuletzt zwei Rückschläge hinnehmen. Zudem wirft Heckler & Koch dem Konkurrenten Haenel eine Patentverletzung bei einem halbautomatischen Gewehr vor, hierzu kommt es am Dienstag zur mündlichen Verhandlung vor dem Landgericht Düsseldorf. Haenel hält das von Heckler & Koch eingetragene Patent auf drei Bohrungen in der Waffe für nichtig und hat separat zum Düsseldorfer Verfahren eine Nichtigkeitsklage beim Bundespatentgericht München eingereicht.

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