Wacker Chemie: Kann der Abwärtstrend gestoppt werden?

Matthias J. Kapfer
1 / 1
Wacker Chemie: Kann der Abwärtstrend gestoppt werden?

Der deutsche Chemiekonzern Wacker Chemie hat seine Ergebnisziele für das abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 erreichen können. Das deutliche Plus bei Umsatz und Ergebnis hat der Konzern unter anderem dem Verkauf eines Aktienpakets der Siltronic AG zu verdanken. Was bedeutet das für die Aktie?

Der deutsche Chemiekonzern Wacker Chemie konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 ein deutliches Plus bei Umsatz und Ergebnis erzielen. Der Umsatz verzeichnete mit 4,92 Milliarden Euro ein Plus von sechs Prozent. Das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wuchs nach vorläufigen Zahlen ebenfalls um sechs Prozent auf 1,02 Milliarden Euro. Als Grund für die steigenden Zahlen nannte Wacker vor allem die höheren Absatzmengen. Sowohl im Chemie-, Polysilicum- als auch im Siliconengeschäft sind die Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Weitere Zahlen im Detail.
CEO Rudolf Staudigl zeigte sich sehr zufrieden mit den Jahresbericht: „Dank der sehr guten Kundennachfrage in der Chemie ebenso wie im Geschäft mit Polysilicium haben wir 2017 sowohl unseren Umsatz als auch das Ergebnis weiter ausgebaut“. Außerdem habe der Konzern, so Staudigl weiter, „den deutlichen Gegenwind aus den höheren Rohstoffpreisen und dem im zweiten Halbjahr stärkeren Euro“ ausgleichen können. „Auf das Gesamtjahr gesehen haben wir bei allen Steuerungskennzahlen unsere prognostizierten Werte erreicht beziehungsweise übertroffen.“

Verkauf der Siltronic-Anteile lässt die Kasse klingeln

In den Zahlen machte sich vor allem der Verkauf von Anteilen an der ehemaligen 100-prozentigen Tochter Siltronic AG bemerkbar. Wacker trennte sich im zweiten Quartal 2017 von einem beachtlichen Anteil von der im Jahre 2015 an die Börse gerbachten Tochter-Gesellschaft. Die Beteiligung sank infolge des 352-Millionen-Euro schweren Verkaufs von 52 Prozent auf 31 Prozent. Und das war noch nicht alles – Wacker möchte langfristig sogar ganz aus der Beteiligung austeigen, und sich somit die Anteile versilbern lassen. Für das Konzernergebnis brachten der Anteils-Verkauf sowie der Persiodengewinn des ersten Quartals 2017 der Siltronic AG einen beachtlichen Anstieg auf 885 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 186 Millionen Euro).

Aktie unter Druck

Die Papiere des Chemiekonzerns sind zuletzt deutlich unter Beschuss geraten. Nachdem die Aktie sich seit August 2017 um fast 80 Prozent verteuern konnte, folgte auf eine Seitwärtsbewegung im Januar der Absturz. Während die Aktie im Januar noch ein neues Rekordhoch bei 176,80 Euro verzeichnen konnte, steht die Aktie derzeit bei unter 150 Euro. Dennoch überzeugen die die Zahlen des Chemiekonzerns. Nicht nur die operativen Zahlen sondern auch die stillen Reserven in Form von Siltronic Aktien lassen Wacker gut dastehen. Gefolgt von einem positiven Newsflow sollte Wacker den Abwärtstrend stoppen und wieder Kurs auf das alte Alltzeithoch nehmen.