"Die Würfel sind gefallen": Söder akzeptiert Laschet als Kanzlerkandidaten der Union

Lars Petersen
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CSU-Chef Markus Söder
CSU-Chef Markus Söder

CDU und CSU einigen sich auf CDU-Chef Armin Laschet als Kanzlerkandidaten der Union. Nach einem entsprechenden Votum des CDU-Vorstands in der Nacht zu Dienstag erklärte der CSU-Vorsitzende Markus Söder Dienstagmittag, er und seine Partei akzeptieren die Entscheidung. Söder: "Die Würfel sind gefallen. Armin Laschet wird Kanzlerkandidat der Union."

Damit ist ein tagelanger Machtkampf zwischen beiden Männern beendet. Zuvor hatte sich der Bundesvorstand der CDU in der Nacht zu Dienstag auf einer mehr als sechsstündigen Krisensitzung erneut für ihren Parteichef Armin Laschet als Kanzlerkandidaten der Union ausgesprochen.

Dabei ging es auf der Sitzung des Gremiums turbulent zu. Stundenlang meldeten sich Laschet- und Söder-Befürworter zu Wort. Das Söder-Lager kritisierte, dass die Partei-Basis für den Bayer sei und ein Beschluss des Vorstandes zugunsten Laschets damit nicht repräsentativ sei. Aus dem Laschet-Lager wurde bemängelt, dass man nicht nur auf Umfrage (positiv für Söder) achten dürfe. Insgesamt war das Stimmungsbild im Vorstand sehr gemischt.

Am Ende wurde dann in geheimer Wahl zugunsten Laschets abgestimmt. 31 Stimmen fielen auf Laschet, 9 auf Söder. 6 Personen enthielten sich.

Tagelanger Machtkampf zwischen den Schwesterparteien

Bereits vor der Sitzung hatte Söder erklärt, die Entscheidung über die Kandidatur obliege allein der CDU. Er stehe zwar bereit, trage aber jedwede Entscheidung des Bundesvorstandes mit.

Vorangegangen war ein tagelanger offener Machtkampf der beiden Parteichefs. Vorigen Montag hatte sich zunächst der CDU-Parteivorstand bereits für Laschet ausgesprochen, am selben Tag zog die CSU mit Söder nach. Im Verlauf der Tage sprachen sich jedoch immer mehr Landesverbände, Politiker der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag sowie die Junge Union für Söder aus. Der wiederholte an diesem Montag abermals seine Bereitschaft, erklärte aber, dass die Entscheidung letztlich allein bei der CDU liege und er das Votum der Spitzengremien akzeptiere.

Auf der Krisensitzung am Montagabend bei der CDU bekräftigte auch Laschet, dass er Kanzlerkandidat werden wolle – und dass auf der Sitzung darüber eine endgültige Entscheidung gefällt werden solle. “Heute ist der Tag, dies zu entscheiden", so Laschet laut Teilnehmern. "Es geht um die besten Antworten auf die drängenden Zukunftsfragen. Und ich bin bereit, für uns die Kandidatur zu übernehmen."

mit dpa