Würde ich das schwarz-gelbe Trikot tragen, hätte ich gekotzt

Stefan Effenberg
·Lesedauer: 2 Min.

Liebe Fußball-Freunde,

beginnen wir mit der Erkenntnis des 9. Spieltags: Die Giganten sind verwundbar. Gemeint sind natürlich der FC Bayern und Borussia Dortmund.

Der Unterschied: Während der Rekordmeister auch angeschossen Spiele drehen und gewinnen kann, stehen die Schwarz-Gelben am Ende mit leeren Händen da. Das ist nicht neu, hat sich aber wiederholt gezeigt. Diesmal gegen den 1. FC Köln.

Ich meine daher: Wenn du so spielst, wirst du nicht Deutscher Meister. Was denken sich die Spieler? Für solche Partien brauche ich keinen Trainer. Die Akteure auf dem Feld müssen aufgrund ihrer individuellen Klasse den Sieg nach Hause tragen.

Ganz ehrlich, würde ich das schwarz-gelbe Trikot tragen, hätte ich nach der gestrigen Partie gekotzt.

Bayern mit hoher Belastung

Ganz anders die Bayern: Die haben auch nicht überragend gespielt, aber sie waren total effektiv und haben das Ding gewonnen.

"Glück kann man sich erarbeiten", hat Ottmar Hitzfeld früher immer gesagt. Und wer würde dem alten Lehrmeister hier nicht zustimmen?

Bei allem Lob sei aber nicht vergessen, dass die Bayern vor schwierigen Wochen und Monaten stehen. Gerade im Februar und März wird es mental sehr anspruchsvoll.

Wegen des hohen Termindrucks ist die Belastung gewaltig und nicht zuletzt deshalb haben die Bayern ihre Dominanz verloren.

Neuer der Garant

Glücklicherweise steht zwischen den Pfosten aber Manuel Neuer. Er hält die Bayern am Leben. Auch vergangene Saison in der Champions League. Er ist der Garant, dass sie nach wie vor ganz oben stehen.

Kommen wir zu jenem Klub, der von Münchner oder Dortmunder Problemen nur träumen kann: Schalke 04.

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Wo soll ich da anfangen? Vielleicht beim Einfachsten: Wenn du unten stehst, brauchst du das Fußball-ABC. Das sehe ich bei den Königsblauen nicht. Die Spieler verlieren zu leicht den Ball und werden auf simpelste Weise abgekocht. Da ist kein Zweikampfverhalten.

Schalke belügt sich selbst

Das Schlimmste: Der Verein versucht sich krampfhaft an irgendwas festzuhalten, will sich die Dinge schönreden.

Wenn ich mich während meiner Karriere hingestellt und gesagt hätte, die ersten 15 Minuten waren gut - nach einem Spiel wie gegen Gladbach -, hätten sie mir den Kopf abgerissen.

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Das ist Lügen in die eigene Tasche. Ganz einfach.

In diesem Sinne - macht's gut.

Euer

Stefan Effenberg

Stefan Effenberg hat 2001 mit dem FC Bayern die Champions League gewonnen. Mit den Bayern und Borussia Mönchengladbach wurde er zudem mehrmals Deutscher Meister und Pokalsieger. Seit Sommer 2018 bildet der 52-Jährige mit Marcel Reif und Mario Basler das feste Experten-Team des CHECK24 Doppelpass.