Es wäre fatal, wenn sich die USA mit einem Militärschlag an Nordkorea rächen

John Stanley Hunter
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Am Montag starb der US-amerikanische Student Otto Warmbier an den Folgen seiner 15-monatigen Haft in einem nordkoreanischen Arbeitslager. Er wurde zwei Tage vor seinem Tod entlassen und zurück in seine Heimat gebracht. Die Reaktionen auf die Nachricht vielen weltweit heftig aus, US-Senator John McCain forderte direkt, den Tod als Mord zu klassifizieren. Sein Parteikollege Marco Rubio forderte: „Nordkorea muss für diese Brutalität zur Verantwortung gezogen werden.“

Nordkorea-Experte Rüdiger Frank warnt vor Eskalation

Ostasien-Experte Rüdiger Frank warnt vor einer Eskalation, Nordkorea hätte aber nur eine Option, um die Lage zu beruhigen: Das Land müsse „mit maximaler Offenheit aufklären, sich aufrichtig entschuldigen, und glaubwürdigen Schadenersatz anbieten“, sagte er Business Insider. „Das macht den jungen Mann nicht wieder lebendig, aber es würde so etwas wie Reue zeigen.“

Leider spreche die bisherige Erfahrung dagegen, dass Pjöngjang diesen Schritt geht: „Die letzte derartige Entschuldigung stammt aus dem Jahr 2002, als Kim Jong-il sein Bedauern über die Entführung japanischer Staatsbürger in den 1970ern ausdrückte“, sagt der Nordkorea-Experte.

Schlimmstenfalls entscheidet Trump sich für einen Militärschlag.

Sollte es zu keiner Entschuldigung kommen, würde sich Präsident Trump genötigt sehen, zu handeln. „Das kann bestenfalls ein Reiseverbot für alle US-Amerikaner sein, auch die Ausweitung der Sanktionen auf Reisen nach Nordkorea ist denkbar“, sagt Frank. Doch es könnte noch dramatischer kommen: „Schlimmstenfalls entscheidet er sich für einen Militärschlag. Das wäre allerdings nicht zuletzt wegen der noch in Nordkorea inhaftierten Amerikaner hochriskant.“

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