VZBV und Tierschutzbund fordern klares Bekenntnis zu mehr Tierschutz im Stall

Anlässlich der neuen Sondierungsrunde in Berlin haben Verbraucherschützer und der Deutsche Tierschutzbund die sondierenden Parteien zu einem klaren Bekenntnis zu mehr Tierschutz im Stall gedrängt. Verbrauchern seien die Haltungsbedingungen von Tieren in der Lebensmittelproduktion "zunehmend wichtig" und die künftige Regierung müsse diese gesellschaftliche Entwicklung ernst nehmen, forderten der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) und der Tierschutzbund am Mittwoch.

Daher seien eine nationale Nutztierstrategie und ein staatliches Tierschutzlabel nötig. "Das Tierschutzgesetz muss staatszielkonform überarbeitet werden", forderte Tierschutzpräsident Thomas Schröder in dem gemeinsamen Schreiben, das AFP am Mittwoch vorlag. Die Haltung der Tiere müsse an deren Bedürfnissen ausgerichtet werden, "nicht nur an den ökonomischen Interessen der Tierhalter".

Die künftige Regierung müsse zudem eine "transparente und verlässliche Tierschutzkennzeichnung" auf den Weg bringen, forderten die Verbände weiter. Ein solches Label müsse die gesamte Kette von der Zucht über die Haltung, den Transport und die Schlachtung der Tiere abbilden. Immer mehr Verbraucher wünschten sich, dass die Tiere gut gelebt haben, erklärte VZBV-Präsident Klaus Müller. "Dafür sind nach unseren Befragungen 64 Prozent auch bereit, mehr zu zahlen." Bislang fehle es aber an Transparenz.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) plant seit längerem die Einführung eines staatlichen Siegels auf freiwilliger Basis. Das Tierwohl-Label stößt grundsätzlich auf Zustimmung bei Verbrauchern und Tierschützern, Kritik regt sich aber an der Freiwilligkeit des Siegels. Viele Organisationen und Umweltschützer fordern verbindliche Vorgaben, die deutlich über dem gesetzlichen Mindeststandard liegen.