VW-Widersacher mit Verbindung zum neuen Investor der Deutz AG

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(Bloomberg) -- Eine bosnische Familie, die sich in der Vergangenheit schon mit der Volkswagen AG angelegt hat, hat offenbar Verbindungen zu einer Investmentgesellschaft, die sich nun beim Kölner Motorenbauer Deutz AG eingekauft hat. Das sagen mit der Situation vertraute Personen.

Aktuelle und ehemalige Mitarbeiter der Prevent Group, ein von der Familie Hastor geführtes Unternehmen, haben Verbindungen zu der niederländischen Investmentgesellschaft Ardan Livvey, welche letzten Monat knapp 4% an Deutz erworben hat, so die Personen, die nicht genannt werden wollten. Prevent befindet sich seit Jahren in einem Rechtsstreit mit VW und hatte bis 2018 erfolglos versucht, den Sitzhersteller Grammer AG zu übernehmen.

Manager von Deutz haben begonnen, mit Vertretern der Niederländer über die Zukunft des Unternehmens zu sprechen, so die Personen. Ein Sprecher von Ardan Livvey sagte, das Unternehmen gehöre nicht zu Prevent und wollte die Angelegenheit darüber hinaus nicht kommentieren.

Für Deutz könnte das der Auftakt sein zu einer ähnlich erbittert geführten Kampagne wie dem Machtkampf bei Grammer bis vor 3 Jahren. Damals kaufte Prevent Anteile über zwei Investmentvehikel und forderte vom Management Änderungen der Strategie. Der Kampf endete schließlich mit dem Verkauf von Grammer an Ningbo Jifeng Auto Parts Co. aus China.

Prevent wird geführt von der Familie von Geschäftsmann Nijaz Hastor, der über Jahrzehnte die Aktivitäten der Gruppe in der Autobranche und darüber hinaus vorantrieb. Seit seine Söhne das operative Geschäft leiten, pflegt das Konglomerat einen aggressiveren Geschäftsstil und stritt sich mit Kunden von Südamerika bis Europa. VW musste 2016, wegen eines Vertragsstreits sogar Fabriken vorübergehend schließen.

“Trotz der jüngsten Verbesserungen liegt die operative und finanzielle Performance von Deutz immer noch deutlich hinter seinen Wettbewerbern, was eine einmalige Chance zur Schaffung von Wert für Aktionäre darstellt”, sagte Ardan Livvey in einer Mitteilung am 3. Juni. “Proaktiveres Engagement der derzeitigen Führungskräfte sollte zur Transformation von Deutz in ein profitableres, schneller wachsendes und finanziell solideres Unternehmen beitragen.”

Deutz sagte, das Unternehmen sei offen für alle konstruktiven Vorschläge bezüglich seiner Zukunft.

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