Werbung

VW-Spitze informiert über Softwareprobleme und Chinageschäft

BERLIN (dpa-AFX) -Der Volkswagen DE0007664039-Konzern will an diesem Mittwoch (ab 10 Uhr) seine Aktionärinnen und Aktionäre über den Stand der Dinge in Kenntnis setzen. Das vergangene Jahr war turbulent, unter anderem musste der langjährige Chef Herbert Diess (64) an der Konzernspitze dem jüngeren Porsche-Chef Oliver Blume (54) weichen. Blume soll dem Autoriesen wieder mehr Teamgeist beibringen - aber auch operative Probleme wie die kriselnde Softwareentwicklung und das schwächelnde Geschäft in der einstigen VW DE0007664039-Bastion China lösen.

Unter anderem dürfte den Anlegern bei der Hauptversammlung die vergleichsweise schwache Kursentwicklung ihrer Papiere am Herzen liegen. Während der Börsengang der Sportwagentochter Porsche am Markt als Erfolg gilt - die Porsche-Vorzugsaktie legte seit dem Start um mehr als ein Drittel zu - trat die ebenfalls im Dax DE0008469008 gelistete Volkswagen-Vorzugsaktie auf der Stelle.

Erneut dürfte zur Sprache kommen, dass Blume den VW-Konzern und Porsche dauerhaft gleichzeitig führen will. Das hatte nicht nur bei Experten für gute Unternehmensführung für Stirnrunzeln gesorgt. Kritik gibt es auch immer wieder am Festhalten der VW-Führung am Werk in der chinesischen Provinz Xinjiang. Die dort lebende muslimische Minderheit der Uiguren wird laut Menschenrechtsorganisationen gezielt von Peking unterdrückt.

Zudem steht die Wiederwahl von Aufsichtsratsmitgliedern an, darunter auch der Familienvertreter Wolfgang Porsche. Er hat die für das Gremium geltende Regelaltersgrenze von 75 Jahren zwar bereits überschritten. Da er einer der größten Aktionäre ist, empfiehlt der Aufsichtsrat seine Wiederwahl dennoch. Porsche wird am Tag der Hauptversammlung 80 Jahre alt und soll für eine volle Amtszeit von fünf Jahren erneut in das Gremium einziehen.

Die Mehrheitsverhältnisse bei Volkswagen sind klar verteilt. Die Holding der Eigentümerfamilien Porsche und Piëch, die Porsche SE DE000PAH0038, hält mit 53 Prozent den größten Stimmrechtsanteil vor dem Land Niedersachsen mit 20 Prozent und dem Staatsfonds aus Katar mit 17 Prozent. Die Vorzugsaktionäre haben dagegen kein Stimmrecht.