VW sieht Diesel als "Luftreinigungsmaschinen"

Der heutige VW-Entwicklungschef Ulrich Eichhorn hat in einem Interview für die in der Kritik stehende Lobby-Organisation EUGT Dieselfahrzeuge als "Luftreinigungsmaschinen" bezeichnet.

„Durch die modernen Abgasnachbehandlungsanlagen spielt der Dieselmotor in der umweltpolitischen Diskussion keine Rolle mehr, weil Partikel und Stickstoffdioxid auf ein nahezu homöopathisches Niveau sinken“, wird Eichhorn in einem Newsletter der EUGT aus dem Jahr 2013 zitiert. Damals war Eichhorn Geschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie. Der Newsletter liegt der WirtschaftsWoche vor. „Man könnte fast sagen“, so Eichhorn weiter, „dass ein moderner Diesel in vielen Situationen sozusagen die Luft reinigt.“ Seit 2016 ist Eichhorn Leiter Forschung und Entwicklung bei Volkswagen.



Dieselautos gelten bis heute als eine der Hauptquellen von Stickstoffdioxid in Städten. Deshalb könnten schon in den kommenden Monaten Fahrverbote für Diesel in Deutschland verhängt werden. Eichhorn sieht jedoch auch auf Anfrage der WirtschaftsWoche keinen Grund, von seiner damaligen Einschätzung für das EUGT abzurücken. Auf Nachfrage teilte der VW-Konzern mit: „Grundsätzlich ist es auch heute noch in bestimmten Situationen der Fall, dass ein moderner Diesel die Luft reinigen kann.“

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