VW: Neuer Vorstand, neue Markengruppen, neues Potenzial für die Aktie

Jochen Kauper
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Volkswagen: Tochter Audi warnt, Aktie ist nicht erste Wahl

VW bekommt überraschend einen neuen Vorstand. Der bisherige Markenchef Herbert Diess übernimmt ab sofort das Ruder bei Volkswagen. Volkswagen müsse Tempo aufnehmen und deutliche Akzente bei Elektromobilität, Digitalisierung des Autos und des Verkehrs sowie bei neuen Mobilitätsdiensten setzen, sagte Diess im Anschluss an eine Sitzung des Aufsichtsrats am Donnerstagabend in Wolfsburg. Details wird der Autobauer am Freitag (10.30 Uhr) in Wolfsburg bekanntgeben. Diess erklärte es zu seiner wichtigsten Aufgabe, "den Weg hin zu einem profitablen, weltweit führenden Anbieter nachhaltiger Mobilität konsequent weiter zu verfolgen".

Neue Markengruppen
Diess wird nicht die einzige Veränderung bei VW sein. Der Konzern wird umgekrempelt, neue Markengruppen werden eingeführt. Eingeführt werden die Markengruppen "Volumen" (VW, Skoda und Seat), "Premium" (Audi ) und "Super Premium" (Porsche, Bentley, Bugatti und Lamborghini). Die Sparte mit schweren Nutzfahrzeugen soll an die Börse gebracht werden.
Das Brummi-Geschäft mit den Lkw- und Busmarken MAN, Scania und der brasilianischen VW-Nutzfahrzeugtochter soll zunächst in eine deutsche AG und danach in eine europäische Aktiengesellschaft (SE - Societas Europaea)
umgewandelt werden.


Einsammeln
Die VW-Aktie hat in den letzten Tagen deutlich zugelegt. In die steigenden Kurse hinein sollte Neukäufe zurück gestellt werden. Anleger können sich zwischen 175 Euro und 170 Euro positionieren. Es bleibt dabei:
Diess und Co haben viele neue, spannende Produkte in der Pipeline. Der neue Vorstand wird in den nächsten Wochen sicherlich ordentlich Druck machen. VW ist für die Zukunft gut aufgestellt und wird sicherlich in den kommenden Monaten das eine oder andere Ass aus dem Ärmel ziehen. Die VW-Aktie bleibt unter den deutschen Autobauer der Favorit. Kurse über 220 Euro sind in einem freundlichen Gesamtmarkt durchaus denkbar. Wer es etwas spekulativer mag, der setzt auf Geely aus China.