VW-Miteigentümer Wolfgang Porsche fordert „Gewaltenteilung“ zwischen Vorstand und Betriebsrat


Der VW-Miteigentümer Wolfgang Porsche hat die starke Rolle der Arbeitnehmer im Management des Autokonzerns kritisiert. Wenn er bei Volkswagen Strukturen verändern könnte, so Porsche in einem Interview mit dem „Stern“, würde er es „in einzelnen Bereichen tun“. Zwischen Management und Betriebsrat müsse es eine „Gewaltenteilung“ geben.

Arbeitnehmer sollten bei Themen, die die Mitarbeiter betreffen, mitbestimmen, sagte der 74-Jährige, „aber es sollte sich darauf beschränken, und es sollte sich daraus kein Anspruch auf ein Co-Management ableiten.“ Klar sei auch, „dass der Vorstand das Unternehmen führt und am Ende die Verantwortung für die Entscheidungen trägt.“

Bei Volkswagen spielen die Arbeitnehmervertreter traditionell eine wichtige Rolle. Betriebsratschef Bernd Osterloh meldet sich immer wieder zu Strategiefragen zu Wort. So verlangte er am Dienstag in einem Interview mit dem Handelsblatt Einsparungen vom neuen Vorstandschef Herbert Diess. Produktion, Entwicklung und Beschaffung sollten besser aufgestellt werden.


Aufgrund des engen Netzwerks des Betriebsrats und der Einbindung der Arbeitnehmervertreter in Unternehmensentscheidungen hat Osterloh großen Einfluss auf die Entwicklung des Konzerns. Mit dem neuen Personalchef Gunnar Kilian sitzt zudem seit kurzem ein enger Vertrauter Osterlohs im VW-Vorstand.
Einige Manager werfen ihm vor, dass er diese Macht auch missbrauche, um unangenehme Führungsleute ins Abseits zu drängen. Osterloh selbst weist diesen Vorwurf zurück.

Die Familien Porsche und Piëch sind Mehrheitseigentümer von Volkswagen. Wolfgang Porsche ist Chefaufseher der Dachgesellschaft Porsche SE und sitzt auch in den Aufsichtsräten der Volkswagen AG und deren Tochter Audi.