VW-Manager Liang erkennt Haft-Urteil nicht an

Ein US-Gericht verurteilte den VW-Manager James Liang wegen seiner Rolle im Abgas-Skandal zu einer Haftstrafe von drei Jahren. Sein Anwalt will das Urteil anfechten, doch die Möglichkeiten dafür sind begrenzt.


Der wegen seiner Rolle im Abgas-Skandal von einem US-Richter verurteilte VW-Manager James Liang will seine harte Strafe anfechten. Der langjährige Volkswagen-Mitarbeiter legte über seinen US-Anwalt Daniel Nixon Einspruch ein, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht. Dem Dieselexperten war vor rund zwei Wochen wegen Beteiligung an einer Verschwörung zum Betrug und Verstoß gegen Umweltgesetze zu einer Haftstrafe von drei Jahren und vier Monaten sowie einer Geldstrafe von 200.000 Dollar verurteilt worden.

“Das Rechtsmittel wurde nur zur Fristwahrung eingelegt. Dadurch haben wir mehr Zeit zu prüfen, ob ein Rechtsmittel erfolgreich sein könnte”, sagte sein deutscher Strafverteidiger Gero von Pelchrzim gegenüber der WirtschaftsWoche. Demnach wird die Frist mit dem Einspruch um vier Wochen verlängert. Da Liang in dem Prozess als Kornzeuge fungierte und sich umfassend schuldig bekannte, sind die Möglichkeiten einer Berufung stark eingeschränkt. So können bei einer Berufung nur Verfahrensfehler geltend gemacht werden. 

Dem 63-jährige Deutschen wurde zur Last gelegt, die USA über den Einbau einer illegalen Software zur Manipulation von Abgaswerten in Dieselwagen getäuscht zu haben. Der zuständige Richter Sean Cox war mit dem Urteil deutlich über die Forderungen der Staatsanwaltschaft hinausgegangen.