VW-Konzern investiert noch stärker in Elektroautos

feedback@motor1.com (Stefan Leichsenring)
VW ID.3 bei Nacht

Nicht 30 sondern 40 Prozent der Ausgaben sollen in Zukunftsthemen fließen

VW investiert noch mehr Geld in Elektromobilität und Digitalisierung: 30 Prozent seiner Ausgaben sollten bisher in die Zukunftsthemen fließen, nun stockt man den Wert auf etwa 40 Prozent auf. Das hat nun der Aufsichtsrat des Konzerns beschlossen.

Der neue Audi-Chef und die VW-Planungen von 2017:

Der VW-Konzern investiert weiter kräftig in seine Zukunft. Die Investitionspläne für die Jahre 2020 bis 2024 wurden nun vom Aufsichtsrat beschlossen, so VW. In den kommenden fünf Jahren will das Unternehmen knapp 60 Milliarden Euro für die Zukunftsthemen Hybridisierung, Elektromobilität und Digitalisierung ausgeben. Dies entspricht etwas über 40 Prozent der Investitionen in Sachanlagen und Produktentwicklung. Im Vergleich zur vergangenen Planungsrunde des Konzerns stellt dies einen Anstieg um etwa zehn Prozentpunkte dar. Von den 60 Milliarden sollen rund 33 Milliarden Euro in die Elektromobilität fließen.

"Bis 2029 sollen 75 reine E-Modelle auf den Markt kommen und dazu etwa 60 Hybridfahrzeuge."

Auch die Langfristplanung für die nächsten zehn Jahre wurde aktualisiert. Bis 2029 sollen 75 reine E-Modelle auf den Markt kommen und dazu etwa 60 Hybridfahrzeuge. Bis 2029 sollen rund 26 Millionen Elektroautos verkauft werden, dazu noch fast sechs Millionen Hybridfahrzeuge (gemeint sind wohl Plug-in-Hybride). Etwa 20 Millionen davon werden auf dem Elektrobaukasten MEB basieren, ein Großteil der "weiteren sechs Millionen Fahrzeuge" (gemeint sind wohl wieder die PHEVs) auf der High-Performance-Plattform PPE. 

Die Pressekonferenz nach der Aufsichtsratssitzung können Sie im Video sehen; wir empfehlen besonders die Rede von Herbert Diess (etwa von 6:15 bis 14:00). Darin erklärt er erneut, warum VW so stark auf die Elektromobilität setzt. Ein Prozent der weltweiten CO2-Emissionen gingen auf das Konto von Pkws aus dem VW-Konzern. Um das zu ändern, sei der "Systemwechsel zur Elektromobilität" nötig. 

"Ohne einen schnellen Wechsel zur Elektromobilität können wir den Kampf gegen den Klimawandel nicht gewinnen. Sie ist die einzig wirksame Alternative zum Verbrennungsmotor, die sich sofort und zu vertretbaren Kosten in hoher Stückzahl umsetzen lässt." (H. Diess)

Die "zum Teil irrationale Diskussion um vermeintliche Alternativen" zum Elektroauto werde im Sand verlaufen. Schon in wenigen Monaten werde man nicht mehr über Technologieoffenheit reden, zumindest auf mittelfristige Sicht nicht und nicht bei Pkw. Diese Redepassage war offensichtlich auf die Anhänger der Brennstoffzelle und damit die Konkurrenten Mercedes und BMW gemünzt, die neben Elektrofahrzeugen auch den Wasserstoff-Autos in Zukunft eine Chance geben wollen.

Ab 2022 will VW in Emden den Elektro-SUV ID.Next bauen. VW bezeichnet das Auto als "A-SUV", womit wohl ein Kompakt-SUV gemeint ist, da VW traditionell die Kompaktklasse mit "A-Klasse" bezeichnet. Das Auto wurde auf der IAA bereits getarnt gezeigt, soVW. Unsere Kollegen haben von dem getarnten SUV in Frankfurt diese Fotos gemacht. Wir haben das Auto bisher ID.4 genannt, aber vielleicht ist ID.Next korrekt oder der Name steht einfach noch nicht definitiv fest.