VW hebt Gewinnprognose leicht an

Im dritten Quartal hat VW weitere Milliarden wegen des Dieselskandals zurückgestellt. Dennoch ist der Konzern für das Gesamtjahr optimistischer – denn das Tagesgeschäft läuft blendend.


Volkswagen hat den Gewinn dank Sanierungserfolgen bei der Hauptmarke VW kräftig gesteigert und traut sich eine etwas höhere Ertragskraft zu. Der um Sondereinflüsse bereinigte Betriebsgewinn kletterte im dritten Quartal überraschend deutlich um 15 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro, wie die Wolfsburger am Freitag mitteilten.

Analysten hatten im Schnitt mit einem Ergebnis von knapp vier Milliarden gerechnet. Abzüglich weiterer Rückstellungen für den Dieselskandal in den USA (2,6 Milliarden Euro) halbierte sich das operative Ergebnis fast auf 1,72 Milliarden Euro. Hier waren Experten von rund 1,5 Milliarden ausgegangen. Der Quartalsumsatz erhöhte sich um rund sechs Prozent auf 55 Milliarden Euro.

„Das Zwischenergebnis zum September ist sehr beeindruckend und untermauert das Vertrauen der Kunden weltweit in unsere Marken und deren Produkte. Dafür sind wir dankbar“, sagt VW-Chef Matthias Müller laut der Mitteilung.




Die Prognose für die operative Rendite im laufenden Jahr hob das Management um Konzernchef Matthias Müller leicht an. Demnach erwartet der weltgrößte Autobauer in diesem Jahr nun, dass die bisher in Aussicht gestellte Spanne von 6,0 bis 7,0 Prozent moderat übertroffen wird. Mehrere Analysten hatten mit einer Prognoseerhöhung gerechnet. Denn auch nach neun Monaten lag die operative Rendite mit 7,7 Prozent über dem Zielkorridor.

Worauf sich Müller verlassen kann: Das Tagesgeschäft läuft. In den ersten neun Monaten stieg das Operative Ergebnis vor Sondereinflüssen gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 11,3 Milliarden auf 13,2 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 17,4 Prozent. Der Umsatz stieg von Januar bis September um 6,8 Prozent auf 170,9 Milliarden Euro.

Ebenfalls positiv für die Wolfsburger ist, dass auch die Kernmarke VW Pkw in den ersten neun Monaten deutlich mehr Gewinn abgeworfen hat. Das um Sonderkosten für die Dieselaffäre bereinigte operative Ergebnis der Stammmarke kletterte im Jahresvergleich auf rund 2,5 Milliarden Euro. Der Wert lag damit etwa doppelt so hoch wie zum Ende des dritten Quartals 2016. Zwar sind die Zahlen nicht direkt mit dem Vorjahreswert vergleichbar, weil VW mehrere ausländische Importgesellschaften nicht mehr zur Marke zählt. Das schlägt sich aber vor allem im Umsatz nieder. Dieser sank von 77,7 Milliarden Euro auf zuletzt 58,8 Milliarden Euro.