Diess löst Müller als VW-Chef ab – die wichtigsten Punkte zum Konzernumbau

Jetzt ist es offiziell: VW-Markenchef Herbert Diess löst Matthias Müller als Vorstandschef ab. Im Zuge des Konzernumbaus führt VW zudem neue Markengruppen ein.


Der bisherige VW-Markenchef Herbert Diess wird neuer Volkswagen-Konzernchef. Damit löst er seinen Amtsvorgänger Matthias Müller ab, wie der VW-Aufsichtsrat am Donnerstagabend in Wolfsburg beschloss. Müller scheide im gegenseitigen Einvernehmen mit sofortiger Wirkung als Vorstandsvorsitzender, aber nicht aus dem Unternehmen aus. Demnach wird er seinen Vertrag bis 2020 erfüllen. Die Gründe für Müllers Scheitern bei VW lesen Sie im Handelsblatt-Wochenend-Spezial.

Weitere wichtige Personalien

  • Als neuer Konzernvorstand für das Personalressort wurde der bisherige Generalsekretär des Konzernbetriebsrats, Gunnar Kilian, berufen. Er übernimmt das Ressort von Karlheinz Blessing, der seit Anfang 2016 dieses Ressort verantwortet. Blessing scheidet aus dem Vorstand im gegenseitigen Einvernehmen aus, steht dem Unternehmen aber weiterhin für die Dauer seines Dienstvertrags als Berater zur Verfügung.
  • Der langjährige Einkaufsvorstand Francisco Javier García Sanz verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch. Das Handelsblatt hatte bereits vor der Aufsichtsratssitzung über den Abgang berichtet. Seine Aufgaben wird der Beschaffungsvorstand der Marke, Ralf Brandstätter, kommissarisch übernehmen. Sanz ist seit 2001 Vorstand bei VW und auch Aufsichtsratschef beim Bundesligisten VfL Wolfsburg.
  • Porsche-Chef Oliver Blume rückt in den Konzernvorstand auf.



Neugliederung der Geschäftsfelder

  • Die zwölf Fahrzeugmarken werden in drei Markengruppen zusammengefasst; insgesamt wird es künftig sechs Geschäftsfelder sowie die Region China geben. Die Nutzfahrzeugsparte wird durch die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft für einen Börsengang vorbereitet.
  • Durch die Einführung neuer Markengruppen soll der Autokonzern künftig nicht mehr so zentral geführt werden. Eingeführt werden die Markengruppen „Volumen“, „Premium“ und „Super Premium“, wie das Unternehmen am Donnerstag in Wolfsburg mitteilte. Für die Nutzfahrzeugeinheit Truck & Bus sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, diese an die Börse zu bringen.
  • Die für die Markengruppen verantwortlichen Vorstandsvorsitzenden übernehmen zusätzlich Konzernführungsaufgaben. Der neue Konzernchef Herbert Diess verantwortet demnach die Konzernentwicklung und Forschung, Audi-Chef Rupert Stadler den Konzernvertrieb und Porsche-Chef Oliver Blume die Konzernproduktion.


Die umfassende Neuordnung bei Volkswagen soll nach den Worten von Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch Entscheidungen bei dem riesigen Autokonzern beschleunigen. Die neue Aufteilung solle die Konzernsteuerung verschlanken und Synergien nutzen, erklärte Pötsch nach einer Sitzung des Aufsichtsrats am Donnerstag in Wolfsburg. „Ziel des Volkswagen-Konzerns ist und bleibt es, das Unternehmen mit seinen Marken zukunftsfähig auszurichten.“ VW wolle die individuelle Mobilität von morgen an führender Stelle mitgestalten.

Ein Zeitpunkt für einen Börsengang des Nutzfahrzeuggeschäfts Truck & Bus, in dem Volkswagen die Marken MAN und Scania gebündelt hat, wurde nicht genannt. Insidern zufolge ist der für das erste Quartal 2019 geplant.

Die Autobranche ist mitten in einem umfassenden Wandel hin zu alternativen Antrieben und autonomem Fahren. VW wurde in der Vergangenheit zentralistisch geführt und galt als schwerfällig. Nach Meinung von Experten muss VW schneller auf Entwicklungen reagieren und flexibler werden.