Vulkan auf Bali gibt keine Ruhe

Wegen der Gefahr eines unmittelbar bevorstehenden Ausbruchs des Mount Agung gilt auf Bali derzeit die höchste Alarmstufe. Foto: Firdia Lisnawati

Auf Bali brodelt der Vulkan Agung weiter vor sich hin. Nach tagelangem Flugverbot können die ersten Touristen die Insel wieder verlassen. Aber die Gefahr ist längst nicht gebannt.

Denpasar (dpa) - Auf der indonesischen Ferieninsel Bali gibt der Vulkan Agung keine Ruhe. Der Berg spuckt nach Angaben der nationalen Katastrophenschutzbehörde inzwischen Asche mehr als zwei Kilometer in die Höhe.

Zudem gab es immer wieder kleinere Eruptionen. Über dem mehr als 3000 Meter hohen Vulkan ragt bereits seit Tagen eine kilometerhohe Rauchwolke in den Himmel. Ob aus dem Brodeln und Donnern ein heftiger Ausbruch wird - und wenn ja, wann -, weiß weiterhin niemand.

Seit Beginn der Woche gilt rund um den Ganung Agung («Wunderbarer Berg»), der im Osten der Insel liegt, die höchste Alarmstufe. Allen Warnungen zum Trotz halten sich immer noch viele Anwohner in der Nähe auf. Immer wieder kommen auch Touristen dorthin, um Fotos und Videos zu machen. Balis große Urlauberzentren wie Kuta, Ubud oder Seminyak liegen allerdings mehr als zwei Autostunden entfernt.

Nach zweieinhalb Tagen Flugverbot wegen der Vulkanasche in der Luft und am Boden ist der internationale Flughafen der Insel seit Mittwoch wieder geöffnet. Möglich wurde dies, weil der Wind sich drehte. Allerdings wird es Tage dauern, bis sich die Lage normalisiert hat.

Immer noch hängen viele Urlauber - die meisten davon aus Australien - fest. Auf der Insel halten sich aktuell aber auch mehr als 5000 Deutsche auf. Der Flughafen auf der Nachbarinsel Lombok musste wegen neuer Asche-Partikel wieder schließen. Befürchtet wird, dass die Asche in die Triebwerke der Maschinen gelangt.

Beim jüngsten Ausbruch des Agung waren 1963/64 mehr als 1100 Menschen ums Leben gekommen. Indonesien mit seinen mehr als 17 000 Inseln liegt auf dem Pazifischen Feuerring. In dem Gebiet treffen verschiedene Platten der Erdkruste aufeinander. Es kommt oft zu Erdbeben und Eruptionen. Insgesamt gibt es dort etwa 130 aktive Vulkane.