“Vorwärts immer!” Eine Komödie über Erich Honecker

Die Komödie von Franziska Meletzky spielt kurz vorm Ende der DDR, am 8. Oktober 1989. Der Schauspieler Otto Wolf probt für ein geheimes Theaterstück, bei dem er Honecker verkörpert, als er erfährt, dass seine Tochter auf die Montagsdemo nach Leipzig fahren will – für die der Schießbefehl ausgegeben. Kurzerhand nutzt er seine Verkleidungskünste zu einer gewagten Rettungsaktion.

Jörg Schüttauf (55), selbst in der DDR aufgewachsen, beeindruckt in der Hauptrolle nicht nur mit falscher Nase. “Einmal kenne ich ihn ja ein bisschen aus meiner älteren Vergangenheit. Also, die Hälfte meines Lebens war ich Kind dieses Landes. Aber das hat mich eigentlich eher nicht interessiert. Und als es hieß, dass ich das sein soll, dachte ich erst mal: ‘Öhm, ausgerechnet ich, kann ich eigentlich gar nicht, aber mal gucken’.

Das Interessanteste war wohl das Interview, was ich gesehen habe 1993, vom Stern oder Spiegel wurde das gemacht, da ist er praktisch ohne Macht und ohne Amt – und recht privat. Und das hat mir doch recht gut weiter geholfen.”

Wie überzeugend Jörg Schüttauf in die Rolle des verhassten DDR-Staatsratsvorsitzenden mit der näselnden Stimme schlüpft, und dabei nicht nur den falschen, sondern auch den echten Erich – täuschend echt – spielt, erfahren wir ab dem 12.Oktober 2017 im Kino.

Der wahre Honecker wurde übrigens 1992 in Berlin wegen seiner Verantwortung für Menschenrechtsverletzungen des DDR-Regimes vor Gericht gestellt, das Verfahren aber aufgrund seiner Krankheit eingestellt.