Vorstand der IG Metall will Forderung für Tarifrunde beschließen

BERLIN/FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach umfangreichen Beratungen will der Vorstand der IG Metall an diesem Montag in Berlin die Forderung für die Tarifrunde der deutschen Metall- und Elektroindustrie festlegen. Nachdem sich bundesweit sämtliche regionalen Tarifkommissionen bereits für 8,0 Prozent mehr Gehalt ausgesprochen hatten, hatte zuletzt auch der Erste Vorsitzende Jörg Hofmann diese Marke angesprochen. Für den Haustarif beim Autobauer VW <DE0007664039> fordert die Gewerkschaft ebenfalls 8,0 Prozent.

Die Arbeitnehmerhaushalte müssten angesichts stark steigender Verbraucherpreise entlastet werden, hatte Hofmann für die höchste Forderung seit dem Jahr 2008 argumentiert. Allein mit Lohnpolitik sei das aber nicht zu lösen. Der angestrebte Abschluss müsse das Jahr 2023 mit abdecken, an dessen Ende die Verbraucherpreise deutlich mehr als 10 Prozent über dem heutigen Niveau liegen dürften. Die IG Metall fordert daher weitere Entlastungspakete der Bundesregierung für die Verbraucher. Die Forderung wird üblicherweise auf eine Laufzeit von zwölf Monaten festgelegt.

Die Tarife der Metall- und Elektroindustrie gelten für rund 3,9 Millionen Beschäftigte in wichtigen Kernbranchen der deutschen Industrie wie Fahrzeug- und Maschinenbau. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hat der IG Metall bereits vorgeworfen, die wirtschaftliche Lage der Branche verantwortungslos schönzureden. Die Betriebe müssten massive Kostensteigerungen verkraften, die sie nur zum Teil weitergeben könnten.

Die regionalen Entgelttarifverträge für die Branche laufen bundesweit zum 30. September aus. Warnstreiks sind nach dem 28. Oktober möglich. In Baden-Württemberg sowie in Berlin-Brandenburg-Sachsen haben die Tarifpartner den 14. September als ersten Verhandlungstermin festgelegt. In aller Regel wird im Laufe der Verhandlungen ein Pilotbezirk vereinbart, dessen Abschluss dann die übrigen Regionen übernehmen.

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