Vorsitzender von Ost-Ausschuss der Wirtschaft legt Amt nieder

BERLIN (dpa-AFX) - Die Interessenvertretung der deutschen Wirtschaft für Geschäfte mit Russland und der Ukraine sowie anderen Regionen Mittel- und Osteuropas muss sich einen neuen Spitzenvertreter suchen. Der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, Oliver Hermes, legt sein Amt zum 1. Juni dieses Jahres nieder. Wie der Ost-Ausschuss am Dienstagabend in Berlin weiter mitteilte, will sich Hermes künftig auf seine Unternehmensgruppe konzentrieren. Er ist Vorsitzender des Vorstandes und CEO der Wilo-Gruppe.

Hermes war seit September 2018 Vorsitzender der größten Regionalinitiative der deutschen Wirtschaft. Die Stellvertretende Vorsitzende des Ost-Ausschusses, Cathrina Claas-Mühlhäuser, betonte, mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und den Nachwirkungen der Corona-Krise stehe die gesamte deutsche Wirtschaft vor einer neuen, großen Herausforderung, die viel Kraft kosten werde. "Dass sich Oliver Hermes stärker auf sein Unternehmen konzentriert, ist nur zu verständlich", sagte Claas-Mühlhäuser.

Russland gehört wie die Ukraine zu den 29 Ländern, die der Ost-Ausschuss schwerpunktmäßig betreut. "Als Unternehmer und auch persönlich verurteile ich den Krieg gegen die Ukraine auf das Schärfste", sagte Hermes der Mitteilung zufolge. "Ich bin dennoch der Auffassung, dass gegenseitige ökonomische Abhängigkeiten und Verflechtungen grundsätzlich und gerade in geopolitischen Konfliktsituationen die Kompromissbereitschaft erhöhen und potenziell zur Deeskalation beitragen."

Der 1952 gegründete Ost-Ausschuss fördert die deutsche Wirtschaft nach eigenen Angaben in den 29 Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas, des Südkaukasus und Zentralasiens. Der deutsche Osthandel stehe für rund ein Fünftel des gesamten deutschen Außenhandels und sei damit bedeutender als der Handel mit den USA und China zusammen. Einen neuen Vorsitzenden will der Ost-Ausschuss auf seiner Jahresmitgliederversammlung am 8. Juni in Berlin wählen.

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