Vorsitzender der französischen Bischofskonferenz einbestellt

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Der Vorsitzende der französischen Bischofskonferenz, Eric de Moulins-Beaufort (AFP/THOMAS COEX)

Nach dem Bekanntwerden hoher Missbrauchszahlen in der katholischen Kirche in Frankreich hat der französische Innenminister Gérald Darmanin den Vorsitzenden der Bischofskonferenz wegen dessen Äußerungen zum Beichtgeheimnis einbestellt. Dies geschehe auf Wunsch von Präsident Emmanuel Macron, sagte Regierungssprecher Gabriel Attal am Donnerstag in Paris. Ziel sei es, "die Dinge zu klären".

Erzbischof Eric de Moulins-Beaufort hatte nach der Veröffentlichung des Missbrauchs-Berichtes gesagt, das Beichtgeheimnis sei "stärker als die Gesetze der Republik". Dem widersprach Attal: "Nichts ist stärker als die Gesetze der Republik", betonte er. Der Bischof werde Anfang kommender Woche ins Ministerium einbestellt.

Die Untersuchungskommission zu den Missbrauchsfällen fordert unter anderem, Priestern die Anzeige mutmaßlicher Täter zu erleichtern, wenn sie im Beichtgespräch Hinweise auf sexuellen Missbrauch erhalten. Die Einbestellung eines katholischen Geistlichen in ein Ministerium ist in Frankreich eine höchst ungewöhnliche Maßnahme.

In Frankreich sind Kirche und Staat streng getrennt. Das Beichtgeheimnis wird ähnlich wie das Berufsgeheimnis von Ärzten und Anwälten grundsätzlich anerkannt. Nach französischem Recht besteht aber die Pflicht, in besonders schweren Fällen die Schweigepflicht zu brechen.

Nach dem Bericht der unabhängigen Untersuchungskommission wurden in Frankreich rund 216.000 Minderjährige zwischen 1950 und 2020 Opfer sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche. Die Zahl der Opfer steigt dem Bericht zufolge auf 330.000, wenn Angreifer hinzugerechnet werden, die als Laien in Einrichtungen der katholischen Kirche arbeiteten, etwa an Schulen oder in Jugendgruppen.

kol/jep

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