Vorsitzende der Krupp-Stiftung entschieden gegen Zerschlagung des Konzerns

Hauptversammlung von Thyssenkrupp 2016

Die Vorsitzende der Krupp-Stiftung hat sich entschieden gegen eine Zerschlagung des Industriekonzerns Thyssenkrupp ausgesprochen. Stiftungschefin Ursula Gather sagte dem aktuellen "Spiegel", eine Zerschlagung des Unternehmens werde es "mit mir nicht geben". "Sichere Arbeitsplätze" und die "Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft" hätten Vorrang, fügte sie im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin hinzu.

Die Krupp-Stiftung ist der größte Einzelaktionär des Industriekonzerns, der derzeit von einer Führungskrise beherrscht wird. Anfang Juli war Konzernchef Heinrich Hiesinger mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Als Grund gab er unterschiedliche Auffassungen über die strategische Ausrichtung des Unternehmens an. Er stand unter starkem Druck von Großaktionären, die ein schnelleres Tempo beim Umbau des Konzerns fordern.

Mitte des Monats informierte schließlich Thyssenkrupp-Aufsichtsratschef Ulrich Lehner den Vorstand, dass er zum Ende des Monats sein Mandat niederlegt und aus dem Aufsichtsrat ausscheidet. Sein Rückzug fachte Spekulationen über eine Zerschlagung des Traditionskonzerns an.

Gather, die mit der Stiftung rund 21 Prozent an Thyssenkrupp hält, war nach den Rücktritten in den Verdacht geraten, den auf einen Zusammenhalt des Unternehmens ausgerichteten Kurs Hiesingers nicht unterstützt zu haben. Sie könne nicht verstehen, dass sie an dem Führungschaos Schuld sein solle, sagte sie nun dem "Spiegel". Die Vorwürfe, die gegen die Krupp-Stiftung und sie erhoben würden, seien "unberechtigt und schmerzhaft".