Vorschau auf The Greatest Showman Hugh Jackman nutzt seine Chance

Hugh Jackman schlägt Kapital aus der Popularität, die er im Laufe seiner Hollywood-Karriere angesammelt hat, und versucht, sich mit seinem neuen Musical „The Greatest Showman“ in der Geschichte des Kinos zu verewigen.

„Ich bin einer der sehr wenigen Schauspieler, die ein Original-Filmmusical von diesem Ausmaß machen können“, erklärte Jackman, als Yahoo Movies sich neulich mit ihm in London auf einen Kaffee traf.

„Mir ist klar, dass ich nie wieder eine solche Chance haben werde, wenn es in die Hose geht.“

17 Jahre, nachdem Hugh Jackman dank ‚X-Men‘ vom Musiktheaterstar zu einem von Hollywoods A-Promis wurde, hat der australische Star seine größte Kultrolle hinter sich gelassen und Wolverine mit dem atemberaubenden Superhelden-Schwanengesang ‚Logan‘ verabschiedet. Nun schließt sich der Kreis für ihn mit ‚The Greatest Showman‘, einem Original-Filmmusical mit großem Budget, das die Geschichte von PT Barnum erzählt, dem Erfinder des Showbusiness.

Original-Filmmusicals sind heutzutage selten (abgesehen von ‚La La Land‘), daher dauerte die Entwicklungsarbeit, um das Projekt aus der Taufe zu heben, auch fast acht Jahre. Jackman begann die Arbeit an einer Filmbiografie über Barnum im Jahr 2009, zusammen mit dem Produzenten seiner Tätigkeit als Oscar-Gastgeber, Lawrence Mark, aber erst nach dem erfolgreichen Abschluss von ‚Logan‘ hatte der Star seinen ‚carpe diem‘-Moment.

Jackman hat sich eingehend mit Barnum beschäftigt und gibt an, 37 Bücher über den Unterhaltungsimpresario gelesen zu haben. Er wusste schon immer, dass dessen Geschichte es verdient hat, auf der großen Leinwand erzählt zu werden. Barnum wurde 1810 geboren und stieg dank seines Wanderzirkus und dank seiner Pionierarbeit an der Speerspitze des „Showbusiness“ von bescheidenen Verhältnissen zum berühmtesten Mann der Welt auf. Jackman vergleicht ihn mit einem damaligen Steve Jobs oder Mark Zuckerberg.

„In gewisser Hinsicht ist es ein klassischer Aufstieg vom Tellerwäscher zum Millionär“, sagte Jackman. „Man kennt Barnum als den Mann, der für die Anfänge des Zirkus verantwortlich ist, aber was man eher nicht weiß, ist dass seine Schöpfung damals fast als kriminell, entwürdigend und ekelhaft angesehen wurde“.

„Er ist der Mann, der wirklich zur Geburt des modernen Amerika beigetragen hat. Die Leute denken, dass Amerika immer das Land der unbegrenzten Möglichkeiten war, wo es egal war, wo man geboren wurde, aber das stimmt nicht. Als er geboren wurde, kam es darauf an, aus welcher Familie man stammte, wie der Nachname lautete, wo man zur Schule ging, auf all das kam es tatsächlich an.

„Dank Barnum waren es später Fantasie, Talent und harte Arbeit, [die] als Voraussetzungen für Erfolg galten.“

Sie wussten also, dass sie eine ausgelassene und fröhliche Geschichte erzählen wollten, aber es war Michael Gracey, zum ersten Mal Regisseur eines Spielfilms, der die Idee hatte, sie als Musical zu erzählen. Hugh traf Gracey, als sie 2010 einen Werbespot für Lipton Eistee drehten (mit einer riesigen Tanznummer natürlich). Hugh versprach, dass sie eines Tages zusammen einen Film drehen würden, stand zu seinem Wort und schickte ihm das Drehbuch von ‚The Greatest Showman‘.

„Ich habe Hugh gesagt, wenn du ‚The Greatest Showman‘ auf das Poster schreibst, musst du deine Stärken ausspielen. Es sollte ein Musical sein,“ erzählte uns Gracey Anfang des Jahres auf dem Filmset in Brooklyn.

„Diese naive Bemerkung hat mich sieben Jahre meines Lebens gekostet, weil es so schwierig ist, ein Originalmusical zu produzieren.“

Sie hatten also einen Regisseur und das Ziel, ein Musical zu machen. Nun brauchten sie als nächstes ein paar echte Melodien, und da geriet der Film wirklich an die richtigen Stars (oder an die City of Stars).

Benj Pasek und Justin Paul (zusammen als Pasek und Paul bekannt) – die Oscar-gekrönten Lyriker von ‚La La Land‘ – jobbten im Jahr 2013 als Songschreiber und bewarben sich damals in ganz Hollywood, als ihnen dieses Projekt in den Schoß fiel. Ein informelles Gespräch während eines Meetings bei Fox führte dazu, dass das Duo Michael kennenlernte, der ihnen den Film mit einem „Stimmungsreel“ vorstelle und sie sofort überzeugte.

„Wir fanden es unglaublich“, erzählte Justin uns in New York. „Ein Filmmusical diesen Ausmaßes mit soviel Prunk und mit Hugh Jackman – wir wussten, dass wir dazugehören mussten.“

„[Michael] machte sehr deutlich, dass er Filmmusik wollte, die sich zeitgenössisch anhört, wie eine Mischung aus Theater- und Pop-Radiomusik, aber auch eine Zusammenarbeit und Ergänzung der beiden Richtungen.“

Ausgehend von einer großen Auswahl an Einflüssen „von Ingrid Michaelson bis Kanye und alles dazwischen“ schrieb das Duo neun Originalsongs für den Film, von denen jeder in der Geschichte einen bestimmten Zweck erfüllt. Das Songschreiber-Duo, das die Arbeit an ‚La La Land‘ vollendete, während es gleichzeitig ‚The Greatest Showman‘ entwickelte, arbeitete in jeder Phase eng mit Michael, Hugh und dem ganzen Ensemble zusammen.

Bei ‚The Greatest Show‘, dem Song, der den Film abschließt, arbeitete das Duo mit Macklemore-Produzent Ryan Lewis zusammen, um „die Beats zu schreiben“, und dieser kolossale Showstopper eröffnet auch den neuesten Trailer.

Der Trailer zeigt außerdem Hugh als Barnum, in all seinem rotbemantelten Glanz und Gloria. Im Schulterschluss mit dem effekthaschenden Anführer steht seine bunt gemischte Mannschaft von Zirkus-„Freaks“, die sogenannten Oddities oder Kuriositäten.

Die Oddities – mit Tom Thumb, dem Geschwisterpaar der Trapezkünstler Ann und WD (Zendaya und Yahya Abdul-Mateen II), Dog Boy, einem Riesen, einem Muskelmann und vielen mehr – sind das Herz und die Seele dieses Films und fungieren als Barnums Großfamilie, die ihn auf seiner Reise vom mittellosen Unternehmer zum weltweit berühmtesten Veranstalter begleitet.

Im Rampenlicht inmitten der Oddities befindet sich dabei Lettie Lutz alias die Bärtige Frau.

Lutz wird von Keala Settle gespielt, die seit 13 Jahren auf dem Broadway zuhause ist und die Rolle gewann, nachdem sie Führungskräfte von Fox bei frühen Lesungen beeindruckte. Sie ließ sich inspirieren von der 23-jährigen Harnaam Kaur, einer bärtigen Britin, die kürzlich einen Vertrag mit einer Modelagentur unterschrieben hat.

Nachdem Gracey sie mit einer Flasche Jameson’s zu der Performance bestochen hatte, brach Settle während einer triumphalen Performance der Hymne der Oddities ‘This Is Me’ zusammen – dem großen ‚Let It Go‘-Moment des Films, der auch im Trailer zu hören ist – und der ehemalige Vorsitzende von Fox, Jim Gianopulis, stand auf, umarmte sie und verkündete: „du hast soeben deine erste Rolle in einem großen Kinofilm gebucht.“

„In meinen Augen ist es die größte Geschichte übers Showbiz, an der ich je beteiligt war,“ erzählte uns Jackman.

In der Rolle von Barnums Protégé, dem Oberschichten-Snob Phillip Carlisle, sehen wir Zac Efron, der ebenfalls zu seinen Musicalwurzeln zurückkehrt. Efron führt in dem Film zwei Duette auf, eines in einer Bar mit Barnum, ‚The Other Side‘, das zu dem atemberaubenden Moment führt (im Trailer zu sehen), in dem Carlisle seine Zendaya als Ann zum ersten Mal sieht. Später singen die beiden zusammen ein Duett namens ‚Rewrite The Stars‘.

Ihre gemischtrassige Beziehung wäre damals tabu gewesen, dieses Konzept hatte der Regisseur von ‚Die Schöne und das Biest‘, Bill Condon, ins Drehbuch eingefügt, der ursprünglich als Regisseur verpflichtet worden war.

Dieses Thema spielt wirklich dem Herzen der Geschichte in die Hände: die schlichte Idee, vorher unsichtbar gewesene Leute aus den Schatten herauszuholen und zu feiern was es heißt, anders zu sein. „Dieser Film wird so viele verschiedene Gelegenheiten bieten, sich selbst zu feiern,“ erklärte ‚Aquaman‘-Star Yahya Abdul-Mateen II. „Zu feiern, dass man anders, schrullig oder einfach sonderbar ist.“

Mit seinem lebhaften Ensemble, einem mitreißenden Soundtrack (jeder Song, den wir bis jetzt gehört haben, ist ein garantierter Ohrwurm) und Hollywoods führendem Sänger/Tänzer, der den berühmtesten Entertainer der Welt spielt, sieht ‚The Greatest Showman‘ nach einer sicheren Sache für Jackman und Fox aus, aber mit Sicherheit werden wir das erst wissen, wenn der Film am Neujahrstag ins Kino kommt.