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Vorreiter mit Altlast: Worauf beim Renault Zoe zu achten ist

Berlin (dpa/tmn) - Der Zoe ist ein Vorbote des Elektrobooms der vergangenen Jahre: Über lange Zeit war der Renault noch vor Tesla-Modellen Europas meistverkauftes E-Auto.

Stromer sind aufgrund der Batterie schwerer als vergleichbare Verbrenner - so vermiest ausgerechnet die vom Kompaktmodell Scénic stammende Vorderachse dem Zoe die Bilanz bei der Hauptuntersuchung (HU). «Das hohe Gewicht fordert seinen Tribut», schreibt «Auto Bild TÜV Report 2023».

  • Modellhistorie: Renaults E-Modell kam 2013 mit einem 22 Kilowattstunden (kWh) speichernden Akku auf den Markt, der bis zu 210 Kilometer Reichweite bieten sollte.

2015 gab es eine Modellpflege, mit der eigenentwickelte Motoren statt der Aggregate vom Zulieferer Continental unters Blech kamen. 2019 gab es ein weiteres Update - mit jetzt 52 kWh maximaler Akku-Kapazität (für bis zu 390 Kilometer) statt zwischenzeitlicher 41 kWh.

  • Varianten: Mit seiner Länge von knapp über vier Metern liegt der Zoe über der inoffiziellen Kleinwagen-Obergrenze und bietet fünf Insassen Platz, wenn's bequem sein soll vier. Varianten vom viertürigen Steilheckmodell gibt es nicht. Allerdings gab es das Modell zwischenzeitlich auch mit Mietbatterie zu kaufen.

  • Abmessungen (laut ADAC): 4,09 m x 1,73 m bis 1,79 m x 1,56 m (LxBxH), Kofferraumvolumen: 338 l bis 1225 l (Plug-in: bis 1108 l).

Stärken: Der Report, der zum Zoe Daten ab dem Jahr 2017 auswertet, als die Verkaufszahlen signifikant stiegen, bescheinigt auch fünfjährigen Fahrzeugen solide Federn und Dämpfer, auch in Sachen Beleuchtung stehe der französische Wagen gut da.

  • Schwächen: «Ohne Schwachstellen ist der elektrische Franzose nicht», so der Report. Interessenten sollten checken, wie es um die Vorderachse steht: Unter erhöhtem Verschleiß, der schon bei jungen Exemplaren zum ersten Prüftermin sichtbar wird, leiden Spur- und Koppelstangen sowie die Querlenker. Ebenfalls eher anfällig: die hintere Beleuchtung.

Ausfälle führt der Tüv-Report auf die Rekuperation zurück, die bei Verzögerung nicht nur Strom zurückgewinnt, sondern auch die Bremsleuchten aufleuchten und verschleißen lässt. Mit zunehmendem Alter wird auch die Funktion der Fußbremse immer öfter beanstandet.

  • Pannenverhalten: «Alle Jahre gut»: Schlechtes hat der ADAC mit Blick auf die Pannenstatistik des Zoe nicht mitzuteilen. Pannenschwerpunkte als statistische Ausreißer gibt es dem Club zufolge auch nicht.

  • Motoren: E-Motor (Frontantrieb): 43 kW/58 PS bis 53 kW/72 PS.

  • Marktpreise (laut «DAT Marktspiegel» der Deutschen Automobil Treuhand mit jeweils statistisch erwartbaren Kilometern):

- Zoe Life (2016); 43 kW/58 PS (22 kWh); 77.000 Kilometer; 10.450 Euro.

- Zoe R110 Life Limited (2018); 53 kW/72 PS (41 kWh); 56.000 Kilometer; 16.000 Euro.

- Renault Zoe R135 Experience Z.E. (2019); 51 kW/69 PS (52 kWh); 45.000 Kilometer; 18.900 Euro.