Vorbildlich: Supermarkt-Chef unterstützt Angestellte mit Alzheimer

Wo andere vielleicht versucht hätten, die Frau loszuwerden, hat der Chef der britischen Supermarktkette Sainsbury’s genau richtig reagiert. Jahrelang passte er die Tätigkeiten seiner Angestellten so an deren Krankheit Alzheimer an, dass sie aufrecht und stolz durchs Leben gehen konnte.

Bei Sainsbury’s werden Angestellte mit Alzheimer mit Respekt behandelt (Bild: AP)

Die Mutter des Briten Doron Salomon war erst 50, als sich bei ihr erste Anzeichen von Alzheimer zeigten. Bis zur endgültigen Diagnose vergingen sechs Jahre. Doch für die Buchhalterin der Supermarktkette Sainsbury’s bedeutete das nicht, wie so oft, das berufliche Aus. Vielmehr zeigte ihr Arbeitgeber, was Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Angestellten wirklich bedeutet und passte den Job immer wieder an die fortschreitende Krankheit an.

Via Twitter schildert der Sohn, was die Chefs seiner Mutter alles unternommen haben. “Sie führten sie immer wieder aufs Neue in die Arbeit ein. Sie passten ihre Arbeitsstunden entsprechend an. Sie trafen sich regelmäßig mit ihr und meinem Vater. Die Kollegen wussten immer, wie es um meine Mutter steht und halfen ihr.“

Ohne, dass ihre Berufsbezeichnung je geändert worden wäre, stellte die Angestellte zunächst die Online-Einkäufe der Kunden zusammen und reinigte zuletzt die Transportkisten. Als Degradierung habe seine Mutter das nie empfunden, sagt ihr Sohn: “Für meine Mutter war das der wichtigste Job der Welt. Es gab ihr ein Selbstwertgefühl und einen Stolz, der uns allen durch die Krankheit geholfen hat.“

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Anlässlich des letzten Arbeitstages seiner Mutter teilte Doron Salomon dies alles vor wenigen Tagen in mehreren Tweets mit, von denen der letzte lautet: “Es wird Sainsbury’s eigentlich gar nicht gerecht, aber ich wollte Ihnen hiermit öffentlich im Namen meiner Familie danken. Sie waren ein fabelhafter Arbeitgeber und sogar mehr als das. Das Menschliche, die Leute, die in der Kenton-Filiale gefühlvoll, freundlich und fürsorglich mit ihr umgegangen sind – ich danke euch.“

Und der ehemalige Arbeitgeber seiner Mutter antwortete genau so, wie man es sich nach diesen Schilderungen vorstellen würde: “Nein, wir danken IHNEN Mrs. Salomon.“