Vor Präsidenten-Stichwahl in Zypern: Anastasiades und Malas im TV

Vor der Präsidenten-Stichwahl in Zypern am kommenden Sonntag haben sich der konservative Amtsinhaber Nicos Anastasiades (71) und sein linker Rivale Stavros Malas (50) in einer TV Debatte gemessen .

Der amtierende Präsident dominierte laut zyprischer Presse den ersten Teil der Debatte. Anastasiades beherrschte das Konfliktthema der geteilten Insel besser. Kontrahent Malas brachte ihn aber bei innenpolitischen Themen wie Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Krankenversicherung ins Schwanken.

Die Debatte wurde nach dem sogenannten französischen Modell geführt, bei dem die Kandidaten nicht für jede Antwort eine bestimmte Zeit bekommen, sondern für die gesamte Anzahl ihrer Antworten. Beide hatten sich auf ihren Schreibtischen Notizen bereit gelegt. Malas hatte auch ein Tablett dabei.

Vor der Presse zeigte sich Anastasiades offen für Kritik: "Ich bin bereit, mit jeder politischen Kraft zusammenzuarbeiten und die von den Wahlkampfteams eingebrachten Vorschläge, sinnvoll zu nutzen, solange diese umsetzbar sind."

"Wenn wir nicht mutig mit Visionen und Planung vorgehen, um die lang anhaltende Finanzkrise zu überwinden, dann werden wir leider ein Land sein, das von den heutigen sozialen Ungleichheiten geprägt sein wird", betonte Malas.

In der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am vergangenen Sonntag hatte sich der 71-jährige Anastasiades mit etwa 35 Prozent durchgesetzt, die notwendige absolute Mehrheit bekam er damit aber nicht. Der Kandidat der Linken, Malas, bekam rund 30 Prozent der Stimmen. Laut Experten könnte es ein spannendes Rennen werden.

Es wird nur im griechisch-zyprischen Südteil der Insel gewählt. Die türkischen Zyprer im Norden nehmen nicht an der Präsidentschaftswahl teil. Sowohl Anastasiades als auch Malas haben erklärt, sie würden sich im Falle eines Sieges bei der Stichwahl für eine Lösung der Zypernfrage einsetzen.

Seit 1974 ist die drittgrößte Insel im Mittelmeer nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention geteilt. Zahlreiche Versuche, die Lage zwischen beiden Seiten zu klären, waren bisher ohne Erfolg .