Vontobel sammelt Milliarden ein


Die Schweizer Bank Vontobel ist 2017 auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Insgesamt sammelte das Institut 5,9 Milliarden Franken Neugeld ein, wie Vontobel am Dienstag mitteilte. Vor allem im Geschäft mit Fonds und Profi-Anlegern lief es rund. Auch zu 2018 äußerte sich Vontobel zuversichtlich. Das Geschäft habe sich während der heftigen Kurschwankungen der vergangenen Tage als sehr widerstandsfähig erwiesen, erklärte Konzernchef Zeno Staub. Investoren müssten sich wieder an Volatilität gewöhnen:

„Nicht die Kursbewegungen der vergangenen zwei Wochen waren die Ausnahme, sondern die relative Ruhe der zwei Jahre davor“, erklärte der Vontobel-Chef. Der Bereich strukturierte Produkte habe sogar von der Volatilität profitiert. „Der gute Start in das laufende Jahr zeigt: Vontobel ist auf Kurs.“

Das Volumen des Neugeldes stieg im vergangenen Jahr um 4,3 Prozent und lag damit innerhalb der Zielspanne von vier bis sechs Prozent. 2016 hatte der Abgang eines Star-Fondsmanagers noch zu Abflüssen geführt. Zusammen mit der höheren Bewertung der Anlagen an den Finanzmärkten führten die Neugelder zu einem Anstieg der betreuten Kundenvermögen auf den Rekordstand von 187 Milliarden Franken.

Allerdings verdiente die Bank unterm Strich weniger: Der Gewinn sackte um ein Fünftel auf 209 Millionen Franken ab. Die Bank erklärt das mit Sondereffekten: So hatte die Bank 2016 eine Dividende vom Versicherer Helvetia eingestrichen, diese Beteiligung aber inzwischen jedoch verkauft. Dazu kommt eine einmalige Belastung durch die US-Steuerreform und die Kosten von Zukäufen. Zieht man diese Effekte ab, dann kletterte der Gewinn um 12 Prozent auf rund 218 Millionen Franken. Staub sprach von einem „robusten Ergebnis“. Vontobel habe wieder wachsen und die Profitabilität steigern wollen, „und genau das haben wir erreicht“ .

Dank eines Jahresendspurts habe Vontobel die Erwartungen übertroffen, erklärte ZKB-Analyst Michael Kunz. 2016 hatte ein Beteiligungsverkauf zu einem Sondererlös geführt, der nun ausblieb. Im laufenden Jahr peile die Bank trotz anhaltenden Margendrucks eine Erhöhung des Gewinns je Aktie an, wie Konzernchef Staub erklärte. Positiv dürfte sich die US-Steuerreform auswirken. Vontobel bekräftigte auch die bis 2020 geltenden Ziele. Die Bank hat sich unter anderem eine Eigenkapitalquote von mindestens zwölf Prozent vorgenommen. 2017 erreichte Vontobel bereits 13,1 Prozent. „Die Ziele sehen eher konservativ aus“, erklärte Baader Helvea-Analyst Tomasz Grzelak.

In der vergangenen Woche hatte sich die Bank von einer Altlast befreit: Vontobel einigte sich mit den Steuerbehörden in Nordrhein-Westfalen im Streit um nicht deklarierte Vermögen, die Kunden aus Deutschland in der Vergangenheit bei der Bank versteckt hatten. Vontobel zahlte rund 13,3 Millionen an den deutschen Fiskus. „Wir sind froh über die Einigung, weil wir damit Sicherheit für unsere Kunden, unser Geschäft und unsere Mitarbeiter bekommen haben“, sagte Staub.