Vonn vergießt schon wieder Tränen

Lindsey Vonn ist nicht bei allen Amerikanern beliebt

Ihr Emotionsausbruch bei einer Pressekonferenz vor dem Olympia-Start bewegte die Sportwelt. Nun hat Lindsey Vonn noch einmal Tränen für ihren verstorbenen Großvater vergossen.

Ein Reporter der norwegischen Tageszeitung Aftenposten zeigte ihr am Montag ein Filmchen mit Bildern ihrer norwegischen Verwandten, auf denen Vonn ihren verstorbenen Großvater Don Kildow erblickte.

"Das ist mein Opa!", rief sie, "oh, nein, f...!" Wieder überkamen sie kurz die Tränen, schnell versteckte sie sie hinter einer Sonnenbrille.

Großvater war wichtiger Förderer für Lindsey Vonn

Schon bei ihrem ersten Auftritt in Südkorea am Tag der Eröffnungsfeier hatte Vonn davon berichtet, wie sehr sie Kildow vermisse. Auch damals waren Tränen geflossen (Zeitplan der Olympischen Spiele).

"Ich weiß, dass er zuschauen und mir helfen wird", sagte sie mit brüchiger Stimme. Der Koreakriegs-Veteran war der Begründer der Ski-Familie Kildow/Vonn. Er baute einen Ski-Klub auf, in dem sein Sohn Alan seine wegen einer Verletzung früh beendete Karriere begann, auch Enkelin Lindsey erbte seine Leidenschaft.

Don Kildow förderte sie und begleitete Vonns Karriere bis zuletzt. Im November 2017 starb er 88-jährig.


Ärger über "Tyrannen" aus dem Netz

Vonn hat vielfach betont, dass sie ihre Olympia-Mission auch als Mission für ihren geliebten Opa versteht.

Den Wert der Familie betonte sie am Montag auch in einem Zusammenhang, der ihre Spiele prägt: Den Dauerkampf gegen Anfeindungen aus dem Internet.

"Meine Familie ist hier, sie lieben mich, aber natürlich gibt es auch Leute, die mich hassen und hoffen, dass ich eine Klippe runterfahre und sterbe. Aber das werde ich nicht tun", sagte Vonn nach dem zweiten Training für die Olympia-Abfahrt am Mittwoch (11.00 Uhr OZ/3.00 Uhr MEZ).

Sie werde sich trotz wüstester Kommentare im Netz nicht zurückhalten, betonte sie bei einem gut gelaunten Auftritt: "Das wollen die Tyrannen doch nur, sie wollen dich fertig machen, aber ich bin nicht fertig, ich halte an meinen Werten fest, werde nicht nachgeben." Manchmal könne sie angesichts der üblen Beleidigungen "nur lachen und denken, das ist völlig lächerlich".

Angriffe wegen Trump

Vonn war nach ihrem sechsten Platz im olympischen Super-G erneut scharf angegriffen worden. Für die äußerste Rechte in den USA ist die 33-Jährige ein Hassobjekt, seit sie sich kritisch über Präsident Donald Trump geäußert hatte.


"Ich bin vielleicht gerade nicht so offen, was meine Meinung angeht, aber das bedeutet nicht, dass sie gewonnen haben", sagte Vonn dazu: "Ich habe meine Meinung nicht geändert."