Von New York über Paris bis Berlin: Die Fashion Weeks im Überblick

Models laufen bei der Show von Alexander Wang bei der New York Fashion Week. (Bild: AP Photo)


Ende Juni steht die Hauptstadt wieder unter dem Stern der Modegötter. Die Fashion Week spült jede Menge Designer, Stars, Blogger und Fashionistas in die Hauptstadt. Doch die deutsche Modewoche hat international große Vorbilder mit langer Tradition.

Zweimal jährlich werden in Berlin die neuesten Trends für Frühjahr/Sommer oder Herbst/Winter vorgestellt. Dabei steckt die Berliner Modewoche noch in ihren Kinderschuhen und hat in den nächsten Jahren einiges vor sich, um ihren Einfluss auf die internationale Modebranche zu verstärken. Andere Städte wie Mailand, New York, London und Paris – die „Big Four“ – sind da schon deutlich prestigeträchtiger.


Die New York Fashion Week findet jeweils im Februar und September statt und konzentriert sich besonders auf „Resort“- und „Cruise“-Kollektionen. Der Stil: Preppy Chic – tragbare Mode, die an Urlaub erinnert. Die US-amerikanischen Designer Marc Jacobs, Ralph Lauren, Donna Karan, Michael Kors, Tommy Hilfiger, Vera Wang, Calvin Klein und Tory Burch sind bekannt für diesen Look, aber auch internationale Modehäuser stellen in New York aus. Früher wurden die ikonischen Zelte im New Yorker Bryant Park aufgebaut, seit 2010 zieht die NYFW regelmäßig innerhalb der Stadt um.


Die Mailänder Modewoche findet nach der NYFW im Februar und September statt. Besonders wichtig für die Modestadt Mailand ist allerdings die Herrenmodewoche „Milano Moda Uomo“, die wichtigste ihrer Art. Große Marken wie Dolce & Gabbana, Versace, Prada und Moschino haben in der geschichtsträchtigen Stadt ihren Ursprung. Demnach kann der Stil der Mailänder Modewoche als opulent, detailverliebt, sexy und glamourös beschrieben werden.


Britische Designhäuser – etwa Paul Smith, John Galliano, Stella McCartney, Vivienne Westwood und Alexander McQueen – sind da etwas diverser. Der Stil der Londoner Modewoche, die jedes Jahr im Februar und September stattfindet, ist meistens ein buntes, visionäres Potpourri. Die Mode der britischen Stadt gilt als cool, romantisch, feminin, unangestrengt und luxuriös. Modefans freuen sich jedes Jahr besonders auf die tollen Street Styles und Accessoires, die in und um die Shows gesehen werden können. Neben der NYFW werden hier die Trends gesetzt, die in der kommenden Saison auf den Straßen internationaler Metropolen dominieren.


Die vermeintlich wichtigste Stadt im Modezirkus ist Paris. Die Pariser Modewoche schließt zwei Mal im Jahr die Modemonate ab, sie findet Ende Februar/Anfang März und Ende September/Anfang Oktober statt. Neben Prêt-a-Porter-Shows ist die französische Mode besonders für Haute Couture bekannt, die auch nur hier gezeigt werden darf. Chanel, Yves Saint Laurent, Chloé, Givenchy und Dior sind die Marken, die Paris zum Zentrum der Luxusmode machen.


Und wo steht Berlin? Fakt ist: Die großen, international bekannten Designhäuser wie Joop oder Jil Sander orientieren sich lieber an den „Big Four“, als in heimischen Gefilden ihre Kreationen zu zeigen. Joop beschrieb die Berliner Fashion Week vor ein paar Jahren gegenüber der „BZ“ so: „Es sitzen zwei bezahlte A-Stars neben deutschen B-Stars in der ersten Reihe und langweilen sich um die Wette.“ Ganz schön gemein. Was aber nicht heißt, dass die Berlin Fashion Week keine Qualitätsdesigner zeigt, darunter viele junge Label und Namen: Marcel Ostertag, Steinrohner, Lala Berlin oder Dorothee Schumacher sind hierzulande sehr bekannt, ziehen aber nur wenig internationale Aufmerksamkeit auf sich.

Die Modewoche findet 2017 zum letzten Mal unter dem Sponsoring des Automobilherstellers Mercedes Benz statt, danach brechen neue Zeiten an – und damit vielleicht eine neue Vision für die Berliner Modewoche. So stylisch wie die Hauptstadt eigentlich ist – man will es ihr gönnen.