Von der Polizei verhöhnt: Journalisten kritisieren Umgang mit Pressefreiheit bei G20

Von der Polizei verhöhnt: Journalisten kritisieren Umgang mit Pressefreiheit bei G20

Es ist keine einfache Situation: Während der G20-Gipfel in Hamburg durch anhaltende Krawalle erschüttert wird, versuchen Journalisten und Polizei vor Ort, ihre Arbeit zu machen. Dass die Interessen beider Berufsgruppen sich dabei wohl häufig ausschließen, machen die jüngsten Kommentare von Vertretern der Presse auf Twitter klar. Hier ist von Sexismus und Spott die Rede, von Unterstützung durch die Polizei keine Spur.

So schreibt die "TAZ Nord" auf Twitter: "Polizei Hamburg kann auch Sexismus und weiß nicht mehr was eine Zeitung ist." Dazu postet die Tageszeitung den Gesprächsverlauf einer Journalistin mit einem Polizisten bei G20. Dieser hatte der Frau trotz Presseausweis nicht glauben wollen, dass sie Journalistin sei, weil die in seinen Augen obligatorische Kamera fehlte. Als sie insistierte, ihre Arbeit machen zu wollen, kanzelte der Gesetzeshüter sie schließlich ab: "Klappe jetzt! Was Frauen immer so viel labern müssen."

Von ähnlich respektloser Behandlung durch die Hamburger Polizei berichtet Wiebke Harms auf Twitter: "Polizist über meinen Presseausweis: 'Der Scheiß ist nichts wert.' Klasse Demokratieverständnis!" Zuletzt hatten Meldungen über Journalisten für Entsetzen gesorgt, deren Akkreditierung für das G20-Treffen von einer Sekunde auf die nächste durch das BKA entzogen worden war.

Der Deutsche Journalisten-Verband (djv) reagierte darauf, indem er die Reporter vor Ort zu "äußerster Vorsicht" mahnte. Der Bundesvorsitzende Frank Überall forderte die Einsatzleiter vor Ort darüber hinaus auf, den Polizisten "einzuschärfen, dass Journalisten keine Störenfriede seien, sondern den Auftrag zur freien und ungehinderten Berichterstattung wahrnähmen."

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