Von der Bedeutung des Journalismus: “Die Verlegerin”

Steven Spielbergs Film erzählt von den couragierten Journalisten der Washington Post. (Bild: Universal Pictures)

Steven Spielberg hat’s immer noch drauf! Vor allem, wenn er sich zurückhält. Bevor also am 5. April sein leicht überfrachteter Blockbuster “Ready Player One” im Kino startet, will ich an dieser Stelle nochmal den leiseren, ungleich besseren Vorgänger “Die Verlegerin” empfehlen.

Das Drama um die 1971 veröffentlichten Pentagon-Papiere ist eine leidenschaftliche Hommage an die damaligen Mitarbeiter der Washington Post, die sich trotz aller Widerstände für die Publikation besagter Geheimdokumente entschieden und damit diverse Lügen der US-Regierung über den Vietnam-Krieg ans Licht brachten. Angesichts von Donald Trumps gegenwärtigen Versuchen, die Glaubwürdigkeit der freien Presse wiederholt in Frage zu stellen, war sich Spielberg der Dringlichkeit des historischen Stoffes sofort bewusst, als er das Drehbuch in den Händen hielt. Er fackelte nicht lange, begann sogleich mit der Umsetzung und brachte den Film innerhalb von nur zehn Monaten in die US-Kinos – was für eine starbesetzte Hollywood-Produktion dieser Größenordnung verdammt schnell ist.

Links das Original, rechts die Hollywood-Version: Verlegerin Katharine ‘Kay’ Graham wird von Meryl Streep gespielt, Chefredakteur Ben Bradlee von Tom Hanks. (Bild: Associated Press)

Politik, Vorstand, Redaktion

Der Film, den Spielberg mit all seiner Versiertheit lässig aus dem Ärmel schüttelte, zelebriert aber nicht nur die Bedeutung des Journalismus. “Die Verlegerin” erzählt auch davon, wie sich die titelgebende, von Meryl Streep gespielte Protagonistin Kay Graham als Chefin der Washington Post zu der schwierigen Entscheidung durchringt, die Pentagon-Papiere zu publizieren, wohl wissend, dass sie damit die Existenz ihres Blattes aufs Spiel setzt. Ihr dabei zuzusehen, wie sie ganz allmählich zu innerer Stärke findet, während sie zwischen den unterschiedlichen Interessen von Politik, Vorstand und Redaktion zerrieben zu werden droht, ist eine wahre Freude.

Nur ganz am Ende lässt sich Spielberg mal wieder dazu hinreißen, sein Pathos ein klein wenig zu dick aufzutragen, um den emanzipatorischen Aspekt seines Dramas auch ja ausreichend zur Geltung zu bringen. Wär gar nicht nötig gewesen. Tut dem Gesamteindruck dieses idealistischen Films aber keinen Abbruch.

Der Trailer deutet bereits an, wie dramatisch “Die Verlegerin” ist: