Vollverschleierte Frau leistet Widerstand gegen Beamte - drei Monate Haft

In Frankreich ist eine Frau zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden, weil sie ihren Gesichtsschleier bei einer Polizeikontrolle nicht ablegen wollte und die Beamten beschimpft haben soll. Drei weitere Monate setzte das Strafgericht in Toulouse am Donnerstag zur Bewährung aus, wie ihr Anwalt der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Im April hatte sie sich bei einer Polizeikontrolle in Toulouse geweigert, ihren Nikab abzulegen. Der muslimische Gesichtsschleier lässt nur die Augen frei. Die Frau wurde wegen Gesichtsverhüllung im öffentlichen Raum verurteilt sowie wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt.

Sie legte unmittelbar nach der Urteilsverkündung Berufung ein. Ihr Anwalt Samim Bolaky gab an, seine Klientin sei am Tag der Festnahme gewaltsam in den Polizeiwagen gezerrt worden. Gegen die Beamten sei Beschwerde eingelegt worden.

Die Frau sagte dem Radiosender France 3, sie sei "extrem wütend" über das Urteil - auch weil sie sich bisher nichts habe zu Schulden kommen lassen. "Wegen meines Kopftuchs wird mit dem Finger auf mich gezeigt. Die Verschleierung ist und bleibt Teil der Religionsfreiheit."

Frankreich verbannte im Jahr 2011 als erstes Land in Europa den Ganzkörperschleier Burka sowie den Nikab. Seitdem droht Frauen, die in der Öffentlichkeit eine Vollverschleierung tragen, eine Geldbuße von 150 Euro.