Volleyball: EM-Silber glänzt wie Gold

Die helle Freude: Deutschlands Volleyball-Nationalteam ist in Polen eine große Überraschung gelungen

Berlin.  Denys Kaliberda klang müde. "Ich weiß noch nicht, ob ich mich freuen oder ärgern soll", sagte der Volleyball-Nationalspieler, kurz nachdem er in Berlin aus dem Flugzeug gestiegen war. Euphorie wäre angebracht, denn bei der Europameisterschaft in Polen ist dem 27-Jährigen mit der deutschen Nationalmannschaft ein historischer Erfolg gelungen: Zum ersten Mal in der Geschichte gewannen die deutschen Volleyballer eine EM-Medaille.

Nur zwei Punkte fehlen zur Sensation

Nach einem dramatischen und hochklassigen Finale gegen Russland, das so lange dauerte, dass die Reservierung für die anschließende Medaillenfeier verfiel, reichte es am Ende für Silber. 2:3 (19:25, 25:20, 22:25, 25:17, 13:15) unterlag die deutsche Mannschaft dem Favoriten und nun 14-maligen Europameister. Am Ende fehlten nur zwei Punkte, um vor 10.600 Zuschauern in der Tauron Arena Krakau die ganz große Sensation zu vollbringen — und das ist auch der Grund, warum Kaliberda etwas wehmütig zurückblickte.

"Ich habe am Ende einige Bälle durch die Halle gebaggert, als wir dringend eine gute Annahme gebraucht hätten", haderte er mit sich. Dass er genau wie Georg Grozer und Marcus Böhme ins EM-Dreamteam gewählt wurde, tröstete ihn nicht. "Wenn du so kurz davor bist, den Titel zu holen, ist es einfach schade", sagte er.

Wegen des unerwarteten Erfolgs Flüge umgebucht

Vor der EM hätte niemand mit diesem hervorragenden Abschneiden der deutschen Auswahl gerechnet. Bundestrainer Andrea Giani hatte zwar bei seinem Amtsantritt im Februar...

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