Volkswagen fährt Rekordergebnis ein

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Der Volkswagen-Konzern hat trotz der Dieselkrise im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis erzielt und seinen Nettogewinn mehr als verdoppelt. Der Autobauer verbuchte 2017 ein Plus von rund 11,4 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Freitag in Wolfsburg mitteilte. Im Jahr zuvor hatte der Gewinn 5,1 Milliarden Euro betragen.

Der konzernweite Umsatz stieg 2017 gegenüber dem Vorjahr ebenfalls deutlich an - um 6,2 Prozent auf 230,7 Milliarden Euro. Insgesamt lieferte der Konzern, zu dem Marken wie VW, Audi, Skoda, Seat und Porsche gehören, im vergangenen Jahr weltweit rund 10,7 Millionen Fahrzeuge aus. Das sind so viele wie noch nie zuvor.

Negative Sondereinflüsse in Höhe von 3,2 Milliarden Euro gab es laut Volkswagen durch "Belastungen im Bereich Pkw durch die Dieselthematik". Dabei habe es sich vor allem um Kosten für Rückkauf- und Nachrüstprogramme von Dieselautos in Nordamerika sowie höhere Rechtsrisiken gehandelt.

Insgesamt habe der Konzern sich in einem "schwierigen Umfeld" bei fast allen wesentlichen Finanzkennzahlen verbessert, erklärte der Autobauer. Das "hervorragende finanzielle Ergebnis" gebe Volkswagen "eine starke Basis" für die tiefgreifenden Umbrüche, vor denen die gesamte Industrie stehe, erklärte Konzernchef Matthias Müller.

Die Umsatzsteigerung ist laut Volkswagen vor allem auf die starken Verkaufszahlen sowie eine gute Geschäftsentwicklung im Bereich Finanzdienstleistungen zurückzuführen. Wechselkurse hätten hingegen einen negativen Einfluss gehabt.

2015 war Volkswagen wegen des Diesel-Skandals tief in die roten Zahlen gerutscht und hatte einen Verlust in Höhe von 1,58 Milliarden Euro ausgewiesen. Der Konzern hatte im September 2015 auf Druck von US-Behörden zugegeben, weltweit in rund elf Millionen Dieselfahrzeugen unterschiedlicher Marken eine Software zur Manipulation von Abgaswerten eingebaut zu haben.

Zuletzt war der Konzern zudem im Zusammenhang mit Abgasversuchen an Affen in die Kritik geraten, die in der Öffentlichkeit eine Welle der Empörung auslösten. Hierzu erklärte ein Sprecher am Freitag, dass der Aufsichtsrat des Konzerns angeordnet habe, neue Ethik-Richtlinien aufzustellen. Die Ende Januar bekannt gewordenen Versuche waren von der von VW, BMW, Daimler und Bosch im Jahr 2007 gegründeten und 2017 aufgelösten Europäischen Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor EUGT in den USA in Auftrag gegeben worden.

Für 2018 peilt der Konzern an, den Auslieferungsrekord "moderat" zu übertreffen. Herausforderungen ergäben sich unter anderem aus der "steigenden Wettbewerbsintensität, volatilen Wechselkursverläufen sowie der Dieselthematik", erklärte Volkswagen.

In Deutschland wird derzeit nicht zuletzt aufgrund des für Dienstag erwarteten Urteils des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig über Fahrverbote über eine Beteiligung der Autoindustrie an möglichen Hardware-Nachrüstungen für Dieselautos debattiert. Grünen-Chefin Annalena Baerbock rief die Bundesregierung am Freitag dazu auf, die Autoindustrie zur Hardware-Nachrüstung zu verpflichten.

"Millionen betrogene Dieselfahrer müssen zur Zeit zittern, ob sie bald mit Fahrverboten rechnen müssen und Nachrüsten für sie teuer wird", kritisierte auch Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch. Während VW alles dafür tue, sich möglichst nicht an der Umrüstung von Dieselfahrzeugen beteiligen zu müssen, streiche der Konzern "erneut satte Gewinne ein".