"Volksverräter" verbreitetste "vergiftete Erzählung" im rechten Spektrum

Die gegen Rechtsextremismus aktive Amadeu-Antonio-Stiftung hat aus Veröffentlichungen auf rechtspopulistischen und rechtsextremen Facebook-Seiten die verbreitetsten "vergifteten Erzählungen" gefiltert. Es seien 27 Narrative identifiziert worden, die von den jeweiligen Seiten unterschiedlich oft erzählt und miteinander kombiniert worden seien, berichtete die Stiftung am Donnerstag in Berlin. Am häufigsten sei die Erzählung vom "Volksverräter", die in 30 Prozent der untersuchten Beiträge gestanden habe.

Nach der Fundstelle unterschieden sei das Thema "Volksverräter" am häufigsten auf Seiten von AfD und NPD zu beobachten gewesen. Bei den weiteren sogenannten toxischen Narrativen habe an zweiter Stelle das Narrativ "Migration führt zu Destabilisierung" gestanden, das in 22 Prozent aller Beiträge bedient worden sei. In 20 Prozent der Beiträge fand die Stiftung die Erzählung "Fremde sind schlecht".

"Diese Seiten versuchen, mit ihren Erzählungen die Debatte zu vergiften, deshalb sprechen wir von toxischen Narrativen", erklärte die Stiftungsvorsitzende Anetta Kahane. "Da werden Ereignisse überzogen dargestellt und Realitäten verfremdet - diese Erzählungen werden in die öffentliche Debatte und in die Leitmedien getragen, und das ist das Erfolgsrezept der Rechtspopulisten." Indem sie ihre Deutungen immer wiederholten und in neue Hüllen verpacken, verbreiteten die Verfasser ihren Hass wie ein schleichendes Gift.