Vogts: "Fast alle Bundesligisten spielen wie die Beamten"

Vogts: "Fast alle Bundesligisten spielen wie die Beamten"

Berti Vogts hat Borussia Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc für dessen Kritik am "Beamten-Fußball" beim BVB gelobt. Der frühere Fußball-Bundestrainer wollte die Einschätzung allerdings nicht auf Dortmund beschränken, wie er dem Nachrichtenportal t-online.de erklärte.
"Endlich spricht das mal ein Verantwortlicher eines Klubs aus", sagte Vogts, "ich würde sogar noch weitergehen und sagen, dass fast alle Mannschaften in der Bundesliga spielen wie die Beamten. Bayern und Leipzig kann man da vielleicht rausnehmen. Aber ansonsten wird da mit zu wenig Tempo gespielt, zu viel quer und zurück, es gibt zu viel Ballgeschiebe", so Vogts.
Der Weltmeister von 1974 meinte weiter, dass er keine Beamten diskreditieren wolle, "aber der Ausdruck trifft den Nagel einfach auf den Kopf und sollte ein Ansporn sein für die Spieler."
Vor dem Verfolgerduell am Samstag (18.30 Uhr/Sky) zwischen RB Leipzig und Borussia Dortmund sieht Vogt in RB nicht die Mannschaft, die den Bayern langfristig gefährlich werden könne. "Wenn sie Bayern in der Tabelle vor Augen haben, haben sie kurioserweise Angst. Gerade so eine Niederlage wie die gegen Köln – das darf einfach nicht passieren", meinte Vogts.
Wenig Verständnis zeigte Vogts für Hasenhüttls Entscheidung, Nationalspieler Timo Werner im Ligaspiel gegen Köln (1:2) erst in der 69. Minuten einzuwechseln. "Ich sehe ihn nicht im Training, demzufolge kann ich es nicht beurteilen, wie es der Trainer vermag, aber für mich ist das nicht nur ein überragender Spieler, sondern auch einer, der über 90 Minuten auf dem Platz stehen muss", sagte der 71-Jährige.
Vogts, der Borussia Dortmund langfristig die Rolle als Bayern-Jäger zutraut, sprach sich für eine Vertragsverlängerung mit Trainer Peter Stöger aus. "Peter Stöger macht in meinen Augen einen sehr guten Job. Ich denke, dass Borussia Dortmund ihm nicht nur einen neuen Vertrag, sondern auch die Chance geben sollte, den Kader im Sommer mehr nach seinen Bedürfnissen zu gestalten", so Vogts.