Dieser Vogel ist der perfekte Instagram-Star — sagen Forscher aus Jena

Erin Snodgrass
·Lesedauer: 3 Min.
Der Eulenschwalm wird aufgrund seines großen Schnabels auch als Froschmaul bezeichnet.
Der Eulenschwalm wird aufgrund seines großen Schnabels auch als Froschmaul bezeichnet.

Man sagt, Schönheit liege im Auge des Betrachters. Im Fall des Eulenschwalms oder Froschmauls haben die großen, gefühlvollen Augen des Vogels selbst geholfen, ihm den Titel der fotogensten Art seiner Klasse zu sichern. Zwei deutsche Wissenschaftler — der eine ein Experte für Ästhetik der Fotografie, der andere ein begeisterter Vogelliebhaber — zogen aus, um eine scheinbar subjektive Frage mit empirischen Fakten zu beantworten: „Was macht ein gutes Vogelfoto aus?“

In einer Studie, die letzte Woche veröffentlicht wurde, untersuchten Dr. Katja Thömmes und Dr. Gregor Hayn-Leichsenring, beide Postdocs am Universitätsklinikum Jena in Deutschland, auf der Suche nach einer Antwort mehr als 20.000 Fotos von Vögeln. Sie durchforsteten dafür neun Instagram-Accounts mit insgesamt mehr als drei Millionen Followern.

Einige der Ergebnisse haben überrascht

Die Forscher fanden zum Beispiel heraus, dass die „ästhetische Anziehungskraft“ eines Fotos häufig nichts damit zu tun hat, wie „schön“ das Bild im traditionellen Sinne des Wortes ist. Bestimmte Farben eines Vogels, einschließlich Blau und Rot, können zwar für mehr Likes von Instagram-Nutzern sorgen. Aber die „Interessantheit, die Eigenart und der... situative Kontext“ eines Federtiers spielen eine größere Rolle beim Sammeln von Zustimmung in den sozialen Medien.

Mit anderen Worten: Je schräger der Vogel aussieht, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Menschen positiv auf das Foto reagieren. Und die Wertschätzung der Instagram-Nutzer für die ungewöhnlichen Vögel hat dem Gesamtsieger der Studie vermutlich aufs Podest geholfen: der Eulenschwalm, auch Froschmaul genannt. Der oft mit einer Eule verwechselte, nachtaktive Froschfresser hat lange Flügel, kurze Beine, einen hakenförmigen Schnabel und nach vorne gerichtete Augen. Die Vögel sind am häufigsten in ihrer Heimat Australien und Südostasien anzutreffen.

Während die Augen der meisten Vögel an den Seiten des Kopfes gelegen sind, lassen die nach vorne gerichteten Augen des Froschmauls die Kreaturen „sympathischer“ und „menschenähnlicher“ erscheinen, sagte Tim Snyder, Kurator für Vögel im Brookfield Zoo in Chicago, der New York Times. „Sie sehen immer wütend aus“, sagte Snyder der Zeitung. „Ihr Blick sieht einfach so aus, als ob sie immer frustriert oder wütend auf dich sind, wenn sie dich ansehen...es ist irgendwie lustig.“

„Das Froschmal bringt den Überraschungsfaktor“

Thömmes sagte der Times, sie hätte nicht erwartet, dass das Froschmaul auf dem ersten Platz landen würde. Von den mehr als 27.000 Bildern, die das Duo untersuchte, sei das Froschmaul nur auf 65 zu sehen gewesen, sagte sie. „Das Froschmaul bringt den Überraschungsfaktor mit, da es mit seinen fast anthropomorphen Gesichtszügen einfach nicht wie andere Vögel aussieht“, so Thömmes gegenüber der „Times“. „Ich muss zugeben, dass mir dieser eigentümliche Nachtvogel selbst ziemlich ans Herz gewachsen ist.“

Für ihr Experiment nutzten die Wissenschaftler eine von Thömmes entwickelte Methode, den Image Aesthetic Appeal, kurz IAA. Thömmes erklärte der Times ausführlich, wie die Methode funktioniert: „[Die Anzahl der Likes auf einem Instagram-Foto] allein hat nicht viel Aussagekraft, vor allem wenn wir es mit einem anderen Foto vergleichen wollen“, sagte sie. Aber sobald die Wissenschaftler „Reichweite und Zeit“ überprüfen, „können wir zum Beispiel sagen, dass Foto X 25 Prozent mehr Likes erhalten hat, als die Exposition gegenüber dem Publikum allein erklären kann.“

Auf Instagram beliebt sind laut der Studie neben dem Eulenschwalm auch die Taube, der Turako, der Wiedehopf und der Zaunkönig.

Dieser Artikel wurde von Steffen Bosse aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.