VIRUS/Verband: Passagiereinbruch erreicht kleinere Flughäfen

BERLIN/FRANKFURT (dpa-AFX) - Der beispiellose Passagierrückgang in Folge der Coronakrise hat nun auch die kleineren Flughäfen in Deutschland erreicht. Der Flughafenverband ADV berichtete am Montag von einem Rückgang der registrierten Fluggäste um 38 Prozent in der vergangenen Woche im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Ausfall ist damit mehr als doppelt so groß wie im April 2010 nach dem starken Asche-Ausbruch eines Vulkans in Island.

Waren zunächst nur die großen Drehkreuze von Flugabsagen nach China, Südkorea und Japan betroffen, spüren inzwischen alle Flughäfen die sinkende Nachfrage. Ihr Flugangebot meist zu touristischen Zielen auf der Kurz- und Mittelstrecke werde von den Veranstaltern zusehends zusammengestrichen, so der Verband. Auch Zubringerflüge zu den internationalen Drehkreuzen Frankfurt und München fallen weg. Mit einer weiteren Verschärfung sei wegen ausbleibender Buchungen zu rechnen.

"Für die Flughäfen ist das Virus eine Zäsur", erklärte ADV-Hauptgeschäftführer Ralph Beisel. Inzwischen seien auch Schließungen von einzelnen Standorten denkbar. Der Luftverkehr brauche eine koordinierte Unterstützung durch die deutsche und die europäischen Regierungen, damit die Branche überlebt und nach dem Ende der Krise ihren Betrieb fortsetzen kann.