VIRUS/Sentix: Coronakrise trübt Anlegerstimmung in der Eurozone

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Wirtschaftsstimung von Anlegern in der Eurozone hat sich wegen des Coronavirus verschlechtert. Der Indikator des Forschungsinstituts Sentix fiel im Februar um 2,4 Punkte auf 5,2 Zähler, wie Sentix am Montag in Frankfurt mitteilte. Es ist der erste Rückgang nach drei Anstiegen in Folge. Sowohl die Bewertung der aktuellen Lage als auch die Erwartungen verschlechterten sich.

"Der Ausbruch des Coronavirus hat zu einer Verunsicherung der Anleger geführt", kommentierte Sentix das Umfrageergebnis unter 1086 Anlegern. "So sehr die konsequente Vorgehensweise der chinesischen Regierung aus medizinischer Sicht und zum Schutz der Menschen zu begrüßen ist, so negativ könnte sich der Schaden aber auf die Weltwirtschaft auswirken, sollte sich das Virus dennoch unkontrolliert weiter verbreiten und damit die Krise weiter in die Länge ziehen."

Bislang sei der konjunkturelle Einfluss jedoch begrenzt, erklärte Sentix. Dennoch fällt das Stimmungsbarometer auch in Deutschland, das wegen seiner exportorientierten Industrie stark anfällig gegen globale Entwicklungen ist. Besonders stark trübte sich die Stimmung jedoch in der Region Asien (ohne Japan) ein, die besonders von dem Ausbruch betroffen ist. "Das Virus ist eine erhebliche Belastung für China, den bisherigen Hoffnungsträger der Weltwirtschaft."

Als "Fels in der Brandung" sieht Sentix die USA. Dort hellten sich die Stimmungsindikatoren sogar weiter auf. "Ein Grund, warum es global betrachtet noch relativ gut um die konjunkturelle Lage bestellt ist, liegt auch an der Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft."