VIRUS: Saudi-Arabien setzt Wallfahrt auch für Einheimische aus

RIAD (dpa-AFX) - Aus Sorge vor der Ausbreitung des neuen Coronavirus hat Saudi-Arabien nun auch den eigenen Landsleuten sowie Einwohnern mit ausländischer Staatsbürgerschaft Wallfahrten nach Mekka sowie Besuche in Medina untersagt. Es handle sich um eine vorbeugende Maßnahme der Regierung, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur SPA am Mittwoch. Wegen des Virus Sars-CoV-2 hatte das Königreich seine Grenzen für Pilgerreisen von Ausländern in die beiden Städte vor knapp einer Woche bereits vorübergehend geschlossen.

Betroffen ist bisher nur die Umrah, die sogenannte Kleine Wallfahrt. Zu dieser reisen Gläubige rund ums Jahr zur Heiligen Moschee nach Mekka und nach Medina, wo die die Prophetenmoschee mit dem Grab des Propheten Mohammed steht. Ob sich das Virus auch auf die alljährliche Große Wallfahrt Hadsch auswirken könnte, ist unklar. Daran nahmen vergangenes Jahr fast 2,5 Millionen Menschen teil, darunter mehr als 1,8 Millionen Menschen aus dem Ausland. Die Muslime folgen dabei auf engstem Raum den Pilgerritualen. Die Hadsch beginnt dieses Jahr Ende Juli.

Im arabischen Raum sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) derzeit etwa 230 Fälle offiziell bekannt. Die Dunkelziffer könnte deutlich höher liegen. Die meisten der Infizierten waren aus dem Iran zurückgekehrt, wo besonders viele Menschen an Covid-19 erkrankt sind. Die meisten Fälle in der arabischen Welt gibt es in Kuwait, Bahrain und dem Irak, wo am Mittwoch der erste Todesfall in Zusammenhang mit dem neuartigen Virus gemeldet wurde.