VIRUS/ROUNDUP/Österreich im Notbetrieb: Verwaiste Skigebiete und Einkaufsstraßen

WIEN (dpa-AFX) - Österreich will in den nächsten Tagen zunächst auf weitere Verschärfungen der Regeln im Kampf gegen das Coronavirus verzichten. "Das Maßnahmenpaket steht in Summe", sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Montag im ORF-Radio. "Wir sind richtig aufgestellt für diese Woche." Anpassungen könne es noch beim Flugverkehr geben. Seit Montag gelten in der Alpenrepublik Ausgangsbeschränkungen. Die Menschen sollen nur noch mit sehr triftigem Grund ihr Haus oder ihre Wohnung verlassen. Aber auch Bewegung im Freien wie Spaziergänge sind möglich. Allerdings sollen die Menschen möglichst allein unterwegs sein. Viele Geschäfte sind zu. Entsprechend gering besucht waren die Einkaufsstraßen. Am Nachmittag schlossen auch alle Restaurants und Lokale. Die Maßnahmen sind zunächst auf eine Woche befristet.

Im Nahverkehr verzeichneten Busse und Bahnen einen starken Rückgang der Gäste. Um die Menschen eher zum Auto- als zum Busfahren zu animieren, wurden in mehreren Städten die Kurzparkzonen aufgehoben. Wer in diesen Arealen parke, müsse nicht mit einer Strafe rechnen, sagte eine Sprecherin der Landeshauptstadt Innsbruck. Wegen des vorzeitigen Endes der Skisaison waren sämtliche Skigebiete geschlossen.

Auf dem Flughafen Wien werde der Linienflugverkehr aufgrund der weltweiten Flugverbote voraussichtlich bald weitgehend stillstehen, erklärte ein Sprecher im Sender "oe24". Nicht betroffen sei allerdings der Frachtverkehr. Die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines (AUA) stellt nach eigenen Angaben ab Donnerstag den Flugbetrieb bis zunächst 28. März ein. Ein Lang- und ein Mittelstreckenflugzeug blieben für Hilfsflüge im Einsatz, hieß es. Auch die Ryanair-Tochter Laudamotion stellt ihren Flugbetrieb ein. Aufgrund der raschen Ausbreitung des Virus sowie der Ein- und Ausreisebeschränkungen der Regierungen werde das Lauda-Flugprogramm bis 8. April 24:00 Uhr ruhen, teilte die Fluglinie mit.

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Österreich stieg von Sonntag auf Montag um rund 150 auf etwa 1000 Fälle. Die Bundesregierung hofft, dass mit den Maßnahmen in rund einer Woche eine Abflachung des starken Anstiegs der Infektionen erreicht wird.