VIRUS/ROUNDUP: Ägypten, Algerien und Jordanien schränken Luftverkehr ein

KAIRO (dpa-AFX) - Im arabischen Raum schränken wegen der Ausbreitung des Coronavirus weitere Länder den Luftverkehr ein.

Ägypten kündigte an, alle internationalen Flüge ab Donnerstag und bis 31. März auszusetzen. Damit solle ein Ausbruch verhindert werden, sagte Ministerpräsident Mustafa Madbuli am Montag. In Ägypten wurden bisher 126 Infektionen mit Sars-CoV-2 und zwei Todesfälle gemeldet. "Die Bürger haben eine Verantwortung, sie sollten nicht fahrlässig handeln oder die Lage unterschätzen", sagte Madbuli. Mit rund 100 Millionen Einwohnern ist Ägypten das bevölkerungsreichste Land Nordafrikas. Im Großraum Kairo leben etwa 20 Millionen Menschen.

Algerien erklärte, alle Flüge von und nach Europa ab Donnerstag auszusetzen. Wie lange diese Regelung gilt, teilte die Regierung nicht mit. In Algerien sind 54 Menschen offiziell infiziert. Auch Gerichte sollen dort vorerst nicht mehr tagen, zudem können Häftlinge keinen Besuch mehr von Angehörigen empfangen.

In Jordanien werden ab Dienstag vorerst sämtliche Flüge ausgesetzt. Heimkehrer aus dem Ausland werden dort für 14 Tage in staatlich zur Verfügung gestellten Einrichtungen und Hotels in Quarantäne gestellt. Jordanien meldete bisher insgesamt 18 Fälle, darunter sechs Franzosen und ein britischer Tourist.

Zuvor hatte die Regierung des Libanon erklärt, ab Mittwoch alle Grenzen, den landesweit einzigen Flughafen sowie Häfen des Landes zu schließen. Die Regelung gilt vorerst bis 29. März.

Am Persischen Golf breitete sich das Virus weiter aus. Bahrain meldete am Montag den ersten Todesfall im Zusammenhang mit Covid-19. Auch Kuwait, Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate haben gemeinsam Hunderte Infektionen gemeldet. Die Emirate setzten Gebete in Moscheen und anderen religiösen Stätten aus. Zudem riefen Behörden dort dazu auf, Hochzeiten und andere Feiern in Hotels und Veranstaltungsräumen ab Mittwoch vier Wochen auszusetzen.