VIRUS: Opec und Partner werden voraussichtlich Ölproduktion weiter kürzen

WIEN (dpa-AFX) - Die Opec und die Kooperationspartner ("Opec+") werden wegen der Auswirkungen des Coronavirus auf die Weltwirtschaft aller Voraussicht nach die Ölproduktion weiter kürzen. Wie das Ölkartell am Montag mitteilte, empfiehlt ein Komitee der "Opec+" eine erneute Kürzung der Produktion bis Ende Juni. Danach soll diese auf dem derzeitigen Niveau fortgeführt werden. Das Komitee hatte vergangene Woche die für Anfang März in Wien geplante Minister-Konferenz der Opec und der "Opec+" vorbereitet.

Die Coronavirus-Epidemie habe einen negativen Einfluss auf die ökonomischen Aktivitäten, speziell für die Bereiche Transport, Tourismus sowie den Industrie-Sektor, sagte der algerische Energieminister und aktuelle Vorsitzende der Opec-Konferenz, Mohamed Arkab. Er wolle nun weitere Gespräche mit den Ländern führen, die nicht im Vorbereitungskomitee vertreten sind: "Die Situation ist klar: Es braucht korrigierende Eingriffe im Interesse aller."

Die "Opec+"-Runde, zu der auch die beiden Schwergewichte Saudi-Arabien und Russland gehören, versucht seit Anfang 2017 den Ölmarkt mit Förderlimits zu beeinflussen. Im Dezember hatten sich die Staaten auf eine Produktionskürzung um weitere 500 000 Barrel pro Tag geeinigt. Mit diesem Schritt wollte die "Opec+" insgesamt 2,1 Millionen Barrel Öl pro Tag weniger produzieren als im Oktober 2018.

Der Ölpreis ist in den vergangenen Wochen wohl auch in Folge der Coronavirus-Epidemie und trotz der erneuten Kürzung vom Dezember deutlich gesunken. Am Montag kostete ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent zeitweise weniger als 54 US-Dollar - im Vergleich zu fast 70 US-Dollar Anfang Januar.