Virales Video zeigt Verletzung einer russischen Propaganda-Journalistin in Soledar

Virales Video zeigt Verletzung einer russischen Propaganda-Journalistin in Soledar

Ein Video sorgt im Internet für Aufregung. Darauf zu sehen ist die 19-jährige russische Propaganda-Journalistin Anastasia Jelsukowa (auch: Nastya Yelsukova), die in Soledar in der Ukraine von einem Geschoss getroffen wird.

Sie arbeitet für die Online-Plattform Readovka News und war zusammen mit anderen Kriegsreportern und Wagner-Söldnern vor Ort - angeblich um zu zeigen, dass Soledar von Russland kontrolliert wird. Schon Mitte Januar hatte Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin behauptet, seine Männer kontrollierten Soledar.

Auf dem Video vom 20. Januar sagt Jelsukowa zunächst, es gebe Kämpfe in der Nähe, dann schreit sie plötzlich: "Hilf mir!", das Handy fällt zu Boden und die Aufnahme stoppt.

Berichten in russischen Staatsmedien zufolge wurde sie durch ukrainischen Beschuss von einem Granatsplitter am Knie verletzt. Wagner-Söldner behandelten die Journalistin und brachten sie dann mit einem Hubschrauber nach Luhansk - im russisch kontrollierten Teil der Ukraine.

Spätere Aufnahmen zeigen Anastasia Jelsukowa mit einer externen Fixierung am Bein im Krankenhaus, offenbar war sie operiert worden.

Die Authentizität des Videos und der Geschehnisse kann nicht unabhängig überprüft werden. Vor einiger Zeit erst war Nutzer:innen in Social Media aufgefallen, dass in Videos mit Wladimir Putin immer wieder die selbe Frau auftaucht - jedes Mal in einer anderen "Rolle".

Auch zahlreiche Kreml-Kritiker verbreiten das Video in den sozialen Medien. Ukrainische Blogger kritisieren in den sozialen Netzwerken, dass die Journalistin im Tarnanzug gekleidet war und somit ein legitimes Ziel darstelle.

Der Chef der Wagner-Truppe Jewgeni Prigoschin feiert Anastasia Jelsukowa als Heldin. Die Pro-Putin-Plattform Readovka gibt es auch auf Englisch.

Anastasia Jelsukowa und Readovka News loben die vorbildliche medizinische Versorgung der verletzten Reporterin durch die Wagner-Söldner.

Die USA haben die Wagner-Gruppe als kriminelle Organisation eingestuft. Dagegen hat Prigoschin - der auch "Putins Koch" genannt wird, weil er mit Kantinenessen und Catering für den Kreml reich geworden ist - offenbar einen Protestbrief nach Washington geschickt.