Villas-Boas: "Bayern sollte Sanches neue Chance geben"

Martin Volkmar
Der frühere portugiesische Erfolgstrainer Andre Villas-Boas hofft, dass sich sein Landsmann Renato Sanches doch noch beim FC Bayern durchsetzen wird.

Der frühere portugiesische Erfolgstrainer Andre Villas-Boas hofft, dass sich sein Landsmann Renato Sanches doch noch beim FC Bayern durchsetzen wird.

"Bei Bayern hatte er Probleme, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen und konnte sein Können nicht zeigen. Aber er sollte auf jeden Fall nächste Saison bei Bayern noch eine Chance bekommen", sagte Villas-Boas im Gespräch mit SPORT1 am Rande der Laureus Awards in Monaco.

Nach Ansicht des Ex-Coaches von Chelsea, Tottenham und Porto liegen Sanches' dürftige Leistungen weniger an den Fähigkeiten des Europameisters von 2016, sondern an der ungewohnten Umgebung.

"Benfica komfortabler für Sanches"

"Renato Sanches hat sicherlich die Qualität. Aber bei Benfica war die Situation natürlich komfortabler für ihn, weil es sein Heimatklub war und er weniger Druck hatte", sagte Villas-Boas: "Es ist schwierig für ihn, er konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Aber normalerweise muss man sich in diesen großen Ligen beweisen."

Doch auch nach der Ausleihe zu Swansea City in die englische Premier League konnte sich der 20-Jährige nicht durchsetzen und fällt aktuell wegen einer Oberschenkelverletzung, die er kürzlich in München behandeln ließ, mehrere Wochen aus.


Neue Chance bei Bayern?

"Mit der Ausleihe zu Swansea hatte ich gedacht, dass er sich stabilisiert und dann gestärkt zu Bayern zurückkommt. Trotzdem hoffe ich auf eine neue Chance bei Bayern", sagte Villas-Boas.

Zudem zeigte sich der 40-Jährige im Interview mit SPORT1 interessiert an einem Job in der Bundesliga. "Vielleicht, wir werden sehen. Ich hoffe es", sagte er auf die entsprechende Nachfrage.

Es habe schon mehrfach Kontakt zu deutschen Vereinen gegeben - unter anderem wurde der einstige Assistent von Jose Mourinho schon beim Hamburger SV und beim VfL Wolfsburg gehandelt.

Villas-Boas lernt Deutsch

"Ich versuche schon seit Jahren deutsch zu lernen, aber es ist so schwierig. Es bleibt dennoch mein Ziel, diese Sprache am Ende zu beherrschen, um auch diesen Markt für mich zu öffnen. Vielleicht passiert etwas im Sommer", sagte Villas-Boas.

Über den deutschen Fußball zeigte er sich gut informiert. Das schwache Abschneiden in den europäischen Wettbewerben und die Dominanz des FC Bayen ist aus seiner Sicht kein Grund zur Sorge.

"Ich sehe kein Qualitätsproblem der Bundesliga, sie ist wettbewerbsfähig und hat gute Spieler", meinte Villas-Boas, dem es ein Nationalspieler besonders angetan hat: "Ich bin ein großer Fan von Thomas Müller. Er ist für mich das exakte Sinnbild eines deutschen Spielers. Sehr diszipliniert, auf vielen Positionen einsetzbar und immer torgefährlich."