Viktor Orban, das "Bollwerk gegen Antisemitismus", in Israel

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban ist in Israel empfangen worden. Israels Opposition hatte Orbans Besuch zuvor scharf kritisiert. Sein israelischer Amtskollege Benjamin "Bibi" Netanjahu erklärte: "Wir beide verstehen die Bedrohung durch den radikalen Islam. Er bedroht Europa, er bedroht die Welt und er bedroht mit Sicherheit uns und unsere arabischen Nachbarn."

Orban sagte: "In Europa herrscht eine Migranten- und Terrorismuskrise. Terroristen benutzen die Routen der Migranten, um nach Europa zu kommen und wir müssen etwas dagegen tun."

Gegen Orban waren immer wieder auch Antisemitismus-Vorwürfe lautgeworden. Daran erinnert etwa die Jerusalem Post. Orban hatte im vergangenen Jahr mit Lob für den ungarischen rechts-autoritären Führer und Hitler-Verbündeten Miklos Horthy (1868-1957) für Irritationen gesorgt. Er bezeichnete diesen als "außergewöhnlichen Staatsmann".

Doch Oberrabbiner David Lau sagte: "Ich weiß Ihre Freundschaft zu schätzen und Ihren Kampf gegen den Antisemitismus, der in Europa auf dem Vormarsch ist. Sie sind ein Bollwerk dagegen. "

Am Nachmittag besuchte Orban nebst Gattin die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem.

Israelische Demonstranten blockierten nach Abschluss des Besuchs kurzzeitig seinen Wagen, bevor die Polizei die Demonstranten wegdrängte und den Weg frei machte.