Vorerst kein Video-Schiri in der Champions League

Stefan Junold, Sportinformationsdienst (SID)
Den Videobeweis soll es auch in der Zweiten Liga geben

Bald könnte es in allen Fußball-Wettbewerben der UEFA die Möglichkeit geben, einen vierten Spielerwechsel zu tätigen. Verschiedene Medien in Spanien und Italien berichten, dass die Regeländerung in Kürze in Kraft treten soll.

Ein genauer Zeitpunkt wird in den Meldungen nicht genannt. Die UEFA teilte auf SPORT1-Anfrage mit, dass das Thema beim anstehenden Meeting der IFAB (Internationale Organisation zur Regelung des Fußballbetriebs) am 3. März in Zürich behandelt werde. Eine offizielle Stellungnahme der UEFA wird es erst geben, wenn die Entscheidung gefallen sei.

Der europäische Fußball-Verband testet die vierte Auswechslung bereits seit geraumer Zeit bei verschiedenen Turnieren, wie etwa der U-21-EM im vergangenen Jahr.

Reaktion auf gestiegene Belastung

Anders als im DFB-Pokal, wo seit Februar 2017 in der Verlängerung die Möglichkeit besteht, einen vierten frischen Mann zu bringen, soll es nach Idee der UEFA bereits in der regulären Spielzeit umsetzbar sein - so steht es zumindest in den Meldungen.

In der Tagesordnung des IFAB-Meetings Anfang März, die SPORT1 vorliegt, ist jedoch nur von einer zusätzlichen Wechselmöglichkeit in der Verlängerung die Rede.

Den Berichten zu Folge reagiert der Verband damit auf die zunehmende Belastung der Profi-Fußballer und der damit einhergehenden gestiegenen Anzahl an Verletzungen.

Hingegen schließt UEFA-Präsident Alexsander Ceferin die Einführung eines Video-Assistenten in der Champions League vorerst aus.

"Ich glaube nicht, dass es ein genereller Standard wird, aber sie werden es jedem erlauben, es zu testen", sagte Ceferin auf einem Kongress in Bratislava.

Ceferin nicht gegen Hilfsmittel

Allerdings wird auch der Video-Assistent Thema bei der anstehenden Sitzung der Regelhüter sein. "Ich kann mir vorstellen, dass sie den Video-Assistenten bei der WM in Russland nutzen werden", betonte Ceferin, "aber wir werden es auf keinen Fall in der nächsten Champions-League-Saison einsetzen."

Ceferin lehnt die Einsetzung der technischen Hilfen nicht generell ab. "Ich bin absolut nicht dagegen, es gibt keinen Weg zurück. Aber wir müssen die Schiedsrichter entsprechend schulen", sagte der UEFA-Chef. Niemand wisse, wie es genau in der Tagesarbeit funktioniert, das könnte ein großes Problem sein, so Ceferin: "Lasst uns schauen, wie es bei der WM funktioniert, und dann werden wir entscheiden."

FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte sich wiederholt für den Video-Assistenten ausgesprochen. In der Bundesliga wird er seit Saisonbeginn getestet. Bislang sind die Erfahrungen nicht nur positiv, es gab viele Probleme, vor allem bei der Frage, wann der Assistent bei Fehlern des Unparteiischen im Stadion eingreifen soll und wann nicht.