Deutsche Speer-Hoffnung wieder tragischer Held

Speerwerfer Julian Weber hat bei der Leichtathletik-WM in Eugene eine Medaille verpasst. Wie schon bei Olympia in Tokio musste sich der 27 Jahre alte Mainzer mit dem undankbaren vierten Platz begnügen. Fehlten ihm bei den Sommerspielen noch 14 Zentimeter zu Bronze, waren es diesmal 1,23 Meter.

Julian Weber kann Bestform bei WM nicht abrufen

Weber kam im ersten Durchgang auf 86,86 m, konnte diese Weite aber nicht mehr steigern. Mit seiner Saisonbestweite von 89,54 m hätte er Silber geholt.

"Irgendwie war die Luft nach dem ersten Durchgang raus, ich habe nicht die Power gehabt", sagte Weber: "Die Enttäuschung ist wieder da. Der vierte Platz war das Letzte, was ich wollte. Da hätte ich lieber den fünften genommen."

Peters siegt vor indischem Nationalhelden Chopra

Weltmeister wurde wie vor drei Jahren in Doha Anderson Peters aus Grenada mit 90,54 m vor dem indischen Olympiasieger und Nationalhelden Neeraj Chopra (88,13). Bronze ging an den Tschechen Jakub Vadlejch (88,09).

Vize-Weltmeister Chopra wird inzwischen nicht mehr von DDR-Legende Uwe Hohn trainiert, dessen Vertrag der indische Verband nach Olympia auslaufen ließ. Hohn arbeitet stattdessen nun in Australien. Teil von Chopras Team ist aber immer noch der deutsche Biomechanik-Experte Klaus Bartonietz. (HINTERGRUND: Wie Uwe Hohn einst über 100 Meter warf - und warum der Rekord heute ungültig ist)

Vize-Europameister Andreas Hofmann war mit Rückenproblemen in der Qualifikation ausgeschieden. Der in Tokio ebenfalls glücklose deutsche Rekordhalter Johannes Vetter - der im SPORT1-Interview am Samstag noch auf eine Medaille von Weber gehofft hatte - hatte seinen Start wegen einer Schulterverletzung abgesagt. Rio-Olympiasieger Thomas Röhler fehlte nach zuletzt schwachen Leistungen.

Vetter muntert Weber nun nochmal auf: „Platz drei wäre drin gewesen und das hätte ich ihm auch sehr gegönnt. Er hat sich bei anderen Wettkämpfen in dem Jahr schon besser verkauft und auch in den letzteren Versuchen nochmal ein rausgehauen. Aber trotzdem war es eine gute Vorstellung“, sagt er zu SPORT1.

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Mit Sportinformationsdienst (SID)

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