Vier Verdächtige nach Brand in irakischem Lager mit Stimmzetteln festgenommen

Drei Polizisten und ein Mitarbeiter der Wahlkommission

Nach dem Brand in einem Lager mit ausgefüllten Stimmzetteln im Irak sind vier Menschen festgenommen worden. Es handele sich um drei Polizisten und einen Mitarbeiter der Wahlkommission, teilte der Sprecher der zuständigen Justizbehörde, Abdel Sattar Bairakdar, am Montag mit. Sie stünden unter Verdacht, an dem "kriminellen Brand" beteiligt gewesen zu sein.

Das Feuer war am Sonntag in Bagdad in dem Lager ausgebrochen, in dem die Stimmzettel für den östlichen Hauptstadtbezirk gelagert waren. Laut Innenminister Kassem al-Aradschi handelte es sich um eine "vorsätzliche Tat". Nach offiziellen Angaben blieben die meisten Kisten mit Stimmzetteln allerdings verschont.

Wegen massiver Betrugsvorwürfe hatte das irakische Parlament am Mittwoch die Neuauszählung der rund zehn Millionen Stimmen beschlossen. Sieger der Parlamentswahl vom 12. Mai war überraschend das Bündnis von Schiitenführer Moktada Sadr gewesen.

Kritiker monieren, die erstmals im Irak eingesetzten Wahlautomaten hätten Manipulationen ermöglicht. Forderungen nach einer Annullierung der Wahlergebnisse wurden insbesondere in der autonomen Kurdenregion im Norden des Irak sowie aus den Reihen der etablierten Parteien laut.